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... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Dienstag, 9. Oktober 2012

Die Truman Show


Tragikomödie
USA 1998
Regie: Peter Weir
Darsteller: Jim Carrey, Laura Linney, Noah Emmerich, Ed Harris, Natascha McElhone


Truman Burbank führt als Versicherungsangestellter, verheiratet mit der Krankenschwester Meryl, ein beschauliches Leben in Seahaven. In dem kleinen Küstenstädchen scheint die Welt noch in Ordnung: hier ist alles sauber, es gibt keine Verbrechen und Trumans bester Freund Marlon kommt oft mit einem Sixpack vorbei, um ein wenig vom Alltag abzuschalten. Bis eines Tages ein Scheinwerfer vom Himmel fällt und Truman die Zeichen, die er in seinen dreißig Jahren empfangen hat, zu sumieren beginnt. Ist alles nur Show? Oder ist sein betuchtes Leben echt? Truman fängt an, nach der Wahrheit zu suchen...

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Peter Weir gelang mit seiner "Truman Show" eine Satire auf die Medienwelt ebenso wie eine Tragikomödie, die eine Parabel über Wahrheit, Schein und Sein darstellt. Wie das Publikum im Film nimmt auch der Zuschauer des Filmes alles so wahr, wie es sein soll: aufgeräumt, ordentlich, in geregelten Bahnen. Bis sich Trumans Charakter selbständig zu machen beginnt. Dies stellt zugleich die geistige Reise des Zuschauers dar, der nicht mehr in gesteckten Grenzen über das Leben an sich nachzudenken angeregt wird.


SPOILER


Jim Carrey liefert die Paraderolle seiner bisherigen Karriere: liebenswert komödiantisch, situationsgewandt und doch mit leisen philosophischen Untertönen. Ohne seine Grimassenkünste bietet er seinem unfreiwillig eingesperrten, doch geistig freien Charakter Flügel, die die Figur des Truman erst ausmacht. Die Zeichen, die Truman durch die "unfreiwilligen Gäste" gegeben wurden, weiß er erst zu deuten, nachdem sich seine Gedanken nur noch in eine Richtung bewegen: "ich will hier weg ". Das er in einer Show der Star ist, gefangen in einer eigens für ihn geschaffenen Welt, wird ihm erst klar, nachdem er seine innere Reise bereits begonnen hat. Zu sehr verläßt sich der Drehbuchschreiber der Show darauf, das das gewohnte Heim und die alltägliche Zweisamkein Truman in seinem Gefängnis halten könnte.

Laury Linney verkörpert Meryl, Trumans Ehefrau, die seine geistige Freiheit in die Schranken weisen soll. Sie ist der Fixpunkt, der den jungen Mann daran hindern soll, seine Flügel allzuweit auszubreiten. Mit wunderbarer gespielter Verkrampftheit gewinnt sie nicht nur Trumans Hand zum Bund der Ehe, sondern ist auch in der Lage, ihn mit freundlicher Strenge an seine Pflichten zu erinnern und sich nicht allzu sehr seinen Träumereien hinzugeben. Linney bringt mit ihren witzigen und teilweise urkomischen Einlagen das Publikum richtig zum Schmunzeln.

Ed Harris mimt den Architekten, der die Welt "Seahaven" allein für Truman entworfen hat. Die Ideen, wie man Truman auf der Insel halten kann, ohne das er jemals wirklich auszubrechen droht, stammen aus dem Kopf eines Mannes, der Truman zwar als eine Art Sohn ansieht, sich doch wohl eher wie ein selbsternannter Gott verhält. Alles nur in Schranken, alles abgesprochen, alles Kulisse, Farce. Seine Argumente, Truman letztendlich eine bessere Welt bieten zu können als "die Welt da draußen" sind fadenscheinig. Harris spielt mit einer Lässigkeit, die den Zuschauer in ihren Bann zieht.

Ist es richtig, einem Neugeborenen eine Welt künstliche zu schaffen? Ist es richtig, Grenzen durch bewußt initiierte Ängste zu stecken? Inwieweit bleibt die Freiheit auf der Strecke? Wo endet der Respekt gegenüber des Individuums, wo beginnt die Beschneidung des freien Willens? Und inwiefern wird all dies gefördert durch die Mediengeilheit der Konsumgesellschaft, durch das Verlangen nach Authentizismus und Realität im Fernsehen? Die "Truman Show" wirft viele Fragen auf - beantworten kann man sie nur für sich selber. Mit leichter, stimmungsvoll-humoristischer Philosphie über Schein und Sein bringt dieser chineastische Leckerbissen genau das dem Zuschauer nahe, was im Leben oft hinterfragt wird - oder werden sollte: was ist echt, für was lohnt es zu leben, für was weitermachen, wie weit gehen und wo wird das alles enden?

Eine herrliche Komödie voll skuriller Szenen, die dem Zuschauer ein lachendes und ein weinendes Auge bescheren wird, aktueller denn je. Ein Muss, ein Hochgenuss, ein wunderbarer Film!


1 Kommentar:

  1. Der gute Jim mal nicht in der Rolle eines Volltrottels - ein Film, der mir gut gefallen hat.

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