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... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Montag, 20. Februar 2012

Nobody's Fool


Tragikomödie, USA 1994
Darsteller: Paul Newman, Jessica Tandy, Bruce Willis, Melanie Griffith, Dylan Walsh
Regie: Robert Benton

Donald "Sully" Sullivan hat vor dreißig Jahren seine Frau und seinen kleinen Sohn Peter verlassen - und zu Thanksgiving steht dieser mit seinem kleinen Sohn vor Sullys Tür. Es ist Zeit für eine Annäherung, wie auch Sully sich endlich anderen Menschen annähern möchte. Das bärbeißige Raubein fühlt, das er so einige
Chancen in seinem Leben verpaßt zu haben scheint. Und so greift er Miss Beryl ein wenig unter die Arme, der alten Lehrerin, bei der er zur Miete wohnt, die Probleme mit ihrem unterkühlten Sohn plagen, und legt sich mit seinem Chef an, der seine Frau, für die Sully Gefühle hegt, immer wieder betrügt. Am liebsten würde er mit ihr nach Hawaii abhauen, doch Sully stellt sich all dem, vor dem er früher immer geflohen ist.

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Paul Newman verkörpert in dieser warmherzigen Tragikomödie einen Mann, der immer sagt was er denkt, aber nicht immer verrät was er fühlt. Sein rauer Humor und seine scheinbare Unnahbarkeit schrecken die Menschen um ihn herum ab, doch Miss Beryl, die alte Lehrerin, durchschaut das Raubein. Und so entwickelt sich zwischen den beiden eine innige Freundschaft, die auch schon mal ein Geheimnis für sich bewahren kann.
Miss Beryl - intensiv gespielt von der wunderbaren Jessica Tandy - leidet unter ihrem materiell eingestellten Sohn, der sie am liebsten in ein Seniorenheim stecken würde, um ihr Haus zu veräußern, und ist froh, das Sully sich bei ihr eingenistet hat, denn er ist es, der alles zusammen hält, auch wenn er sich dessen nicht bewußt ist.
Auch Peter, der plötzlich mit Sully zusammen arbeitet, kreist mit seinem kleinen Sohn immer um den alten Mann, der sich aus seinem Leben entfernt hat und den er zur Rede stellen und endlich richtig kennenlernen will.
Und da ist auch noch Rud, ein enger Freund Sullys, gutmütig und ein wenig schlicht gestrickt, der mit Sully seit langem zusammen arbeitet, der sich nun von Peter bedroht fühlt und auch ein wenig eifersüchtig ist auf die sich entwickelnde Beziehung zwischen Sully und seinem Sohn.
Zu guter Letzt der immerwährende Streit zwischen Carl, Sullys derzeitigem Chef - gespielt von Bruce Willis - der seine Frau Toby immer wieder betrügt und Sully keine guten Jobs mehr auf den Baustellen verschafft, da er um die Gefühle von seinem Konkurrenten zu Toby weiß.

Diese vielen kleinen Geschichten werden durch Sully zu einer einzigen verknüpft. Er ist der Dreh- und Angelpunkt in diesem wundervoll warmen Film, der einen immer wieder zum Lachen bringt und einen manchmal auch traurig macht, ist er doch so realitätsnah und voller Was-wäre-wenn-Möglichkeiten, Chancen die nie ergriffen wurden und Fehlern, die es nun gilt zu bereinigen.

Paul Newman überzeugt einmal mehr durch sein intensives Spiel. Es scheint, als wäre ihm die Rolle auf den Leib geschrieben, so greifbar stellt er Sully dar, aus dem Leben gegriffen und so greifbar. Der raue Humor, den der Protagonist an den Tag legt, trifft ins Schwarze und veranlaßt den Zuschauer dieser unscheinbaren und doch so tiefgehenden Geschichte immer wieder zu herzlichem Lachen. Doch auch die Bitterkeit, die Sullys Leben begleitet hat, bringt Newman auf den Punkt und kehrt sie nach außen, wo sie eigentlich nur im Verborgenen zu wirken schien.

Wunderbar spielt hier auch Jessica Tandy: die alte Lehrerin, die von Alltagsängsten geplagt wird, zwar eine starke Frau, eine herzliche und sanftmütige Persönlichkeit, die jedoch um die Nöte des Altwerdens weiß und diese realistisch darstellt. Miss Beryl ist eine Person, die man als Betrachter sofort ins Herz schließt, so nah bringt einem Tandy hier die zerbrechlich wirkende und doch so kraftvolle Figur.

Robert Benton legt hier Wert auf die großen Gefühle, die im Kleinen wirken, auf das, was sich meist im Verborgenen abspielt, über das man nicht spricht. In klaren und ruhigen Bildern wird diese ebenso ruhige wie stellenweise aufwühlende Geschichte mit viel Humor erzählt. Benton erschafft, mithilfe einer phantastischen Schauspielergarde, lebensechte Figuren und ein Szenario, das sich ebensogut "nebenan" abspielen könnte. Er schafft den gewagten Spagat zwischen einem Drama und einer Komödie, die sich in der Mitte bei der Tragikomödie treffen und zeigt eine Story, die vor Wärme ergreift und niemals kitschig wird. Er setzt seine Protagonisten unscheinbar in Szene, damit sich auch die Nebenrollen entfalten und dem Zuschauer nah kommen können.

Eine kleine Geschichte, die in großem Maße ergreift und nicht einfach nur so vor sich hinplätschert. Dieser Film bleibt einem in Erinnerung! Ganz ohne Pomp und laute Töne wird einem hier gezeigt, wer "niemandes Idiot" ist! Ein toller, warmherziger, humorvoller Streifen, unbedingt sehenswert!


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