Herzlich Willkommen bei Soda.s Wor(l)d! :O)

Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Freitag, 14. September 2012

der aus der Schublade kam...


... und zwar aus der emotionalen wie auch geistigen.
(dieser Post enthält unschöne Kraftausdrücke, ich bitte vorab um Verzeihung für die verbalen Aussetzer aufgrund emotionaler Aufgewühltheit)

In einem lustigen Film kam plötzlich, unvermittelt, unerwartet und völlig übermannend ein Song, den ich hasse, seitdem ich ein unschönes Erlebnis mit einer Person hatte, die ich niemals wieder beim Namen nennen möchte
und die ich generell nur "den Wichser" nenne. Und nein, das ist net der "Wixxer" über den ich mich herzlich beölen könnte, wann immer ich Kalkove & Pastewka zu sehen bekomme. Nein, dieser Wichser - und ich benutze ganz bewußt einen abfälligen und vulgären Ausdruck - ist für mich zu einer Unperson geworden. Und der Song, der mich auf diese ungewollte und aufwühlende wie auch nervenaufreibende Zeitreise schickt, war sein Lieblingssong.
 Ich habe begonnen zu zittern, am ganzen Körper, kaum das die ersten Akkorde des Liedes angestimmt waren. Meine Nerven fühlen sich zum Zerreißen gespannt, mein Herz klopft wie wild und ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Und was jetzt schreiben in diesem unfaßbaren Geisteszustand der emotionalen Aufgeriebenheit?

Die ganze Story? Wohl kaum! So vieler Worte ist mir dieser kleine Haufen Scheiße ohne Hirn gar nicht wert! Ja, ich habe versucht, zu vergeben. Aber ich kann nicht vergessen. Da brennt etwas auf meiner Seele, das sich immer mal wieder einen Weg an die Oberfläche meiner Selbst bahnt, als glühe es unter der Haut, als verbrenne ich innerlich. Mein Puls will sich nicht beruhigen, ich kann versuchen zu atmen - aber ich fühle mich wie ein Fisch an Land. Ich schnappe nach Luft, nach Freiheit, doch es brennt noch mehr.

Komisch, das ich letztens erst dachte, wie sehr mich die deutsche Rechtssprechung doch damals enttäuscht hatte. Klaro war ich beim Anwalt gewesen. Ich hatte den vollständigen Namen von dem Sack voll Nichts, die vollständige Anschrift inklusive Postleitzahl und Stadtbezirk von Venlo/NL. Und auch die Handynummer. Die habe ich nicht nur der Anwältin, sondern auch der Polizei gegeben. Logisch. Denn obwohl ich einen Nervenzusammenbruch hatte, war ich doch so klaren Verstandes, das nicht zu vergessen. Und immerhin ist ja Venlo nicht so ganz aus der Welt! Nein, das liegt auch nicht über den großen Teich. Da müßte niemand erst einen halben Tag im Flugzeug sitzen, um nach Holland, kurz hinter der deutschen Grenze, zu gelangen. Aber mir wurde gesagt, das sei "zu weit weg" und "niemand wäre zuständig, sobald ein Täter über die Grenze verschwindet". Ja klar! Nicht mal in der EU? Nicht mal grade 20 Minuten von Düsseldort? Ach komm, geh fort!

"Immerhin hat er Sie nicht umgebracht," sagte mir der wirklich sehr nette Herr von der dafür zuständigen Kommission. Die Aktennummer hatte ich. Den Zettel trug ich jahrelang bei mir. Super. Dann kann ich mich ja noch gleich bei dem Pisser bedanken! Der schickte mich dann, als ich ihm sagte, das ich völlig aufgeschmissen sei und nicht wisse, was ich tun sollte, zu zwei Anlaufstellen:
1. Wiesbadener Hilfe - diese Opferhilfe bietet eine Anlaufstelle für Opfer von Straftaten; der Pädagoge, bei dem ich mehrere Termine hatte, sagte mir dann allerdings irgendwann, das das ihre Kompetenzen bzw. ihre Möglichkeiten bei weitem überfordere und ich mir "spezielle Hilfe" suchen solle. Es liege ihnen mehr, einer alten Dame zu helfen, deren Handtasche geklaut worden sei;
2. der weiße Ring - wunderbar, wie mir dort geholfen wurde! Das einzige, was ich je von einem der Mitarbeiter zu hören bekam, war: "Mehr als 250,- € für ein paar Eimer Farbe und ein bißchen Zeugs zum Renovieren können wir Ihnen sowieso nicht zugestehen. Aber ich schicke Ihren Antrag mal an die Hauptstelle." Hä?

Davon ab, das ich keine finanzielle Hilfe wollte. Ich wollte jemanden, der mir sagt, wie ich mit all den Gefühlen umzugehen habe, die in mir brodelten. Und es bis heute - manchmal - noch tun. Psychologen? Ha! Na klar war ich "in Behandlung". Längere Zeit sogar. Über zwei Jahre. Doch letztendlich drehte sich nichts, aber auch gar nichts um diese Panikattacken und Angstzustände, unter denen ich seit diesem Erlebnis litt. Nicht ein einziges Mal kam das zur Sprache. Und das ich wenig sprechen wollte, war klar. Ein guter Psychologe hätte versucht, mir etwas zu entlocken, mich zu reizen, diese Wut zu Tage zu fördern. Aber nicht diese Frau Doktor. Nein, da war nichts. Außer das sie bei den nachmittäglichen Sitzungen oft gähnte und mich nach 20 Minuten bat, ob wir eher Schluss machen könnten, sie hätte noch einige Termine und wolle sich vorher ausruhen. Okay, alles klar.

Das bittere Fazit: mir wurde nicht geholfen, nicht ansatzweise, nicht auch nur im Versuch. Ich wurde allein gelassen von Ärzten, Pädagogen oder Leuten mit pädagogischem Ansatz, wie auch immer man die nennen soll, von der Polizei (ja klar gibt es den BGS, mit dem habe ich auf meinen ständigen Hin- und Herfahrten von D nach NL immerzu Bekanntschaft machen dürfen) und der deutschen Gerichtsbarkeit.  Und muß mich nach all den vielen, vielen Jahren noch immer so fühlen, als säße mir ein Schatten im Nacken, der mich allein beim Erklingen eines bescheuerten Liedes so in Angst versetzt, das ich kaum atmen kann.

Um es mal konkret ausdrücken: ich habe mich verarscht gefühlt! Und dann und wann, wenn all diese fiesen, gemeinen Gedanken und Gefühle in mir aufsteigen, fühle ich es mich immer noch. Gelackmeiert, verhohnepiepelt, an der Nase herumgeführt, verkackeiert... die schönsten Synonyme gibt es dafür, am Ende meint es doch nur eines: betrogen. Als wäre das damals Erlebte nicht schon schlimm genug gewesen, bekommt man auch noch offiziell und schriftlich einen Arschtritt. So sieht's mal aus. Und daran denke ich, wenn ich diesen verschissenen Song höre.
...

Kommentare:

  1. Uff! Da mag und kann ich grade gar nichts zu schreiben.

    Aber vielleicht heitert es dich auf, dass ich mir eben mal einige Gedanken über Arnold gemacht habe. Noch keine Zeile geschrieben, aber zwei Handvoll Ideen.

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    1. Hui, ich freu mich tierisch darauf! Bin gespannt, wie es mit unserem Arnold weitergehen wird! =)

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