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... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Sonntag, 23. September 2012

Schräger als Fiktion

Tragikomödie, USA 2006
Regie: Marc Forster
Darsteller: Will Ferrell, Emma Thompson, Dustin Hoffman, Maggie Gyllenhaal, Queen Latifah


Harold Crick arbeitet bei der Steuerbehörde. Sein Leben ist allein auf Zahlen ausgerichtet und ebenso langweilig wie einsam. Bis zu dem Tag, an dem Harold eine Stimme hört. Und nicht irgendeine Stimme, nein, denn diese Stimme teilt ihm alles mit, was er gerade getan hat: zum Beispiel zu zählen, wie oft er jeden seiner Zähne putzt, wie er sich den Knoten seiner Krawatte bindet oder um wieviele Sekunden genau er den Bus verpassen wird. Nach einer Weile wird Harold klar, das er die Figur in einem Buch zu sein scheint. Aber es kommt noch schlimmer: die Stimme teilt ihm mit, das er sterben wird...

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Marc Foster gelang ein Film, der tatsächlich schräger als Fiktion ist, so herrlich skurril, absurd und humorvoll sind die Situationen, in die er seinen Protagonisten jagt. Mit viel Warmherzigkeit und Spürsinn für spontanen Wortwitz ist dies eine der ganz wenigen Komödien, die einen weichen Spagat zwischen Satire und Komödie schaffen.


SPOILER!


Will Ferrell mimt gekonnt (und gewohnt brilliant!) den ahnungslosen Harold Crick, der seinen Alltag einfach hinnimmt, wie er ist: langweilig, aber es ist eben sein Leben. Bis zu dem Tag, an dem er die Stimme der Autorin zum ersten Mal vernimmt, ist nichts, aber auch gar nichts Aufregendes geschehen, und von da an überschlagen sich die Ereignisse. Jedenfalls für Harold. Denn der Zuschauer wird mit einer grotesk-humoristischen Szenerie konfrontiert, die kaum Aufregung bietet. Ferrell, der hier den Wortkargen spielen soll, bringt feinsinnig die Minimalistik seiner Gesten rüber, die ebenso klein gehalten werden soll wie sein Wortschatz. Doch schon nach kurzer Einleitung in die Story erlebt man den Darsteller, der den Witz im Blut hat, als gewohnt redselig und mitteilungsbedürftig. So wird rasch der Zuschauer zum Mitwisser, Eingeweihten und auch Vertrauten der Hauptfigur.

Emma Thompson ist in die Rolle der erfolgreichen Autorin Karen Eiffel geschlüpft, die von einer Schreibblockade belastet nach Inspiration sucht, ihre Hauptfigur sterben zu lassen. Ihr zur Seite gestellt wird die resolute Penny Escher (dargestellt von Queen Latifah, die wunderbar skeptisch und nach kurzer Zeit nicht mehr ganz so rabiat ihrem Job nachkommt), die vom Verlag beauftragt wurde, der Autorin unter die Arme zu greifen. Gemeinsam besuchen sie die Unfallstation im Krankenhaus oder setzen sich in strömendem Regen auf eine Bank, um sich Autounfälle vorzustellen. Thompson bringt mit ihrem trockenen britischen Humor den Biss in die Geschichte, der den Film letztendlich so unterhaltsam macht und einen oft herzhaft zum Lachen bringt.

Die Geschichte kommt sehr schnell in Gang und behält ihren flotten und humorvollen Erzählstil bis zum Ende bei. Absurd wie auch außergewöhnlich inspiriert wirkt die Armbanduhr Harolds, die eine tragende Rolle in der Story spielt. Die Schnitte sind zügig, lassen dem Publikum allerdings genug Zeit, alles genüsslich nachvollziehen zu können. Anregend sind die frischen Ideen und die Situationskomik, mit der ein langweiliger Alltag aufgemischt werden kann: sei es die Begegnung mit der Keks-Bäckerin Ana, die Harold anfangs verabscheut, da er bei ihr Steuern eintreiben will, der Fragebogen des Literaturprofessors, der 23 seltsame wie auch skurrile Fragen enthält oder auch allein die Tatsache, das ein echter Mensch in einem Buch den Hauptdarsteller gibt und die Autorin sprechen hört.

Besonders hervorgehoben werden sollte das Zusammenspiel von Will Ferrell und Emma Thompson, die - wenn auch zunächst nur aus dem Off - die Skurillität der gesamten Geschichte mit wunderbarer Leichtigkeit zu einem echten Genuss werden lassen.

Hier gibt es nonstop zu lachen. Dieser Film ist trotz der Ironie, die Harolds Schicksal mit sich bringt, warmherzig, liebevoll, detailreich und mit intelligenten wie auch superkomischen Dialogen ausgestattet. Die Darstellerrige ist in Topform und fantastisch aufeinander eingespielt. Untermalt wird das Ganze von einem klasse Soundtrack, der rockt und punkt und einfach Lust auf viel mehr macht.

Dieser Film macht rundum Spaß! Und noch viel mehr: diese Story macht den Zuschauer richtig glücklich! Und das gelingt selten einem Streifen. Das hier ist für alle was: für die Denker und Philosophen, für den entspannten Kuschelabend, für eine kurzweilige Unterhaltung... einfach für alle Lebenslagen. So positiv wirkt kaum ein Film! Brilliant!

plus einen Extrastern

Kommentare:

  1. Den Film hab ich erst vor kurzem gesehen. Die Idee ist grandios, der Schluss hat mich ob seiner Banalität dann doch etwas überrascht. ;)

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    1. Nun ja, so wirklich banal fand ich das net. Und ich war sehr erleichtert über dieses Ende! :o) Geb ich Dir völlig recht: grandios! Das Wort hat mir dann gestern wohl gefehlt! :D

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