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Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Montag, 12. November 2012

Der kleine Hesse: das Ei



Hessisch an sich ist ja kein Dialekt.
Nein nein, das ist ein Sprachstamm für sich, fast schon eine eigenständige Sprache. Was das Hessisch so besonders macht, ist die Gemütlichkeit, die in jedem Satz steckt, und die Weichheit höchstpersönlich, die sich im Hessischen die Ehre gibt. Keineswegs reden die Hessen wie der komödiantische Landesmann "Maddin" Schneider zum Einschlafen langsam und öde, geschweige denn das wir hier alles so eeeewisch in die Länge ziehen, das dem Gesprächspartner nach bereits eineinhalb unvollendeten Sätzen beim Zuhören die Augen zufallen. Nein, eher ist es dann doch wie bei Badesalz' allseits berühmtem "Hessi James": "Ei, dem kommt ja Blut aus'm Ohr!" Schnell gesprochen wird hier, als würden die Sätze am Fließband zusammengetackert. Der Hesse babbelt gern und schnell, er redet klar und deutlich - aber eben weisch.

Beginnen möchte ich mit einem der wichtigsten hessischen Begriffe:

Ei - das ist hier in Hessen net das, was bei einem Huhn hinten aus dem Bobbes flutscht und das man sich gern zum Frühstück zubereitet. Nein, das "ei" kann vielfältig eingesetzt werden. Beispielsweise bei einer kleinen Konversation:
1: "Wie gehts?"
2: "Och jo."
1: "Wie jetzt? Gut oder schlecht?"
2: "Ei, so ebbe!"

oder auch hier:

1: "Was schaffst du?"
2: "Wie, was schaff ich?"
1: "Ei, was du arbeitest!"

Keinesfalls ist das "ei" ein Lückenfüllerwort/Verlegenheitsbegriff wie "also" oder "ähm" oder ähnliches. Das "ei" ist der Nachdruck, der direkt vorweg genommen wird. Das "ei" steht somit immer zu Beginn des Satzes, bzw. der Satz wird mit diesem eingeleitet. Meist - könnte man es verallgemeinern, um es hier zu verdeutlichen - ersetzt ein "ei" das im Hochdeutschen angesiedelte "verstehst du?" oder "weißt du?" oder "wieso verstehst du das nicht?" oder auch "Mann, muß man dir immer alles tausendmal erklären!" oder ähnlich sich ins unerträglich genervt steigernde Begriffe. Ebenso kann das "ei" aber auch Ausdruck größter Freude sein. Ein "ei, wie schee!"  oder "ei, herrlisch!" bezeichnet große Freude. An sich bedeutet es aber einfach nur: "das ist eben so!", "ohne Wenn und Aber" oder auch "unumstößliche Tatsache, das mußt du doch wissen!" Ein allein stehendes "Ei..." hingegen bedeutet, das es selbst dem einfallsreichen und spontanen Hessen die Sprache verschlagen hat - was der Gesprächspartner in einem solchen Falle geäußert haben kann, das einem Hessen darauf keine Antwort einfällt, wüßte ich jetzt nicht zu sagen.

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