Herzlich Willkommen bei Soda.s Wor(l)d! :O)

Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Freitag, 4. Oktober 2013

2 x in die Notaufnahme...



... und das ist 'ne Story, liebe Leute! Jetzt ist mal Schluss mit lieb Kind sein, ich hab den Rand voll!
 Es ist Donnerstag Nachmittag, 26.09. Gegen 13 Uhr mittags setzt der erste Krampf ein. Meine linke Hand kribbelt, das Kribbeln zieht sich den Arm hoch, bis in die Schulter, die sich zusammenzieht, völlig verkrampft, die linke Seite des Gesichts tut weh, bizzelt, kribbelt, wird heiß. Nacken und Hinterkopf krampfen. Das "Stahlhelm"-Gefühl umfaßt den
ganzen Schädel, innen wie außen. Im Kopf selber fühlt es sich an, als krampfe mein Hirn. Die Attacken halten ca. 10-15 Minuten an, ich kann schwer atmen, alles scheint gepreßt. Dann entspannt der Körper einen Moment, der nächste Schub setzt ungefähr 10 Minuten später ein. Das Ganze zieht sich um die 1,5 Stunden am Stück hin. Es ist gegen 17 Uhr, als der nächste Krampf einsetzt. Bis dahin habe ich auf dem Sofa gelegen und versucht, ruhig zu bleiben. Doch jetzt hält mich nichts mehr, eine Panikattacke macht das Ganze noch deutlich schlimmer. Ich will ins Krankenhaus, mich durchchecken lassen.
Gesagt, getan. Es war ein Akt, bis zum Bus zu kommen. Alle fünf Meter stehenbleiben, denn mein Herz pocht zum Zerspringen, mein Puls hat sich - heute zum ersten Mal - erhöht. Sonst war mein Blutdruck eher niedrig, nun rast er in die Höhe, es fühlt sich an, als rase das Blut durch meine Adern und den Kopf. Ich kann kaum laufen, wanke, der Boden kommt immer wieder auf mich zu, dauerhafter Schwindel, Schwächegefühl.

Notaufnahme des Krankenhauses, in der die SD-OP vorgenommen wurde (Asklepios Paulinen Klinik). Nach kurzer Zeit schon komme ich dran. Blutdruck- und Pulsmesser. Alles ruhig, alles normal. Mir wird Blut abgenommen. Die Schwerster ist echt blöde, labert mir das Ohr voll von wegen, was los wäre, ob ich sie verstehen würde. Ich sage ihr, ich kann kaum sprechen, sie soll nicht so schnell mit mir reden, mir sei schwindelig und überhaupt. Sie rafft es nicht. Textet mich zu, als sei ich stupide, ich starre sie an und denke "blöde Ziege". Das Prozedere zieht sich eine ganze Weile hin, ich liege ewig rum, wir warten, das jemand kommt. Wir hören, wie nebenan geredet wird, die Tür ist nicht zu, die reden, als seien wir unsichtbar. Es ist nur ein Arzt da, der ist zu 'nem Notfall gerufen worden auf die Intensivstation. Okay. Das heißt warten. Ein Pfleger kommt und meint, es würde um die Stunde dauern, bis ein Arzt käme.

Zweieinhalb Stunden später kommt ein "Arzt". Stellt sich vor, bittet uns ins Arztzimmer. Fragt nach meiner Symptomatik, was denn los wäre. Ich erzähle ihm, das ich seit x Tagen nicht essen kann, das mein Kreislauf zusammenklappt, sobald ich esse, das seit heute dies und das noch dazu gekommen ist, blubberbla... ich erzähle alles, vorne bis hinten, was in der vergangenen Woche war. Er sagt, wir sollen einen Moment warten, er ruft mal den Chirurgen an, der mich operiert hat. Ich denke "das kann nicht wahr sein!"! Ralfi rollt die Augen, schüttelt den Kopf. Zwanzig Minuten später DER Spruch:
"Vom operativen Standtpunkt aus ist alles in Ordnung. Was den Kreislauf und das angeht, da kann ich Ihnen nicht helfen, ich bin nur Chirurg. Gehen Sie damit zum Internisten."
Bamm. Geil! Am liebsten hätte ich gekrischen.

So. Freitags das selbe Spiel. Es wollte nicht mehr aufhören mit den Krämpfen und dem Gekribbel in der linken Körperhälfte. Es war die Hölle - und ich dachte, da wäre ich bereits durchgegangen, aber das hier... Ich fiel abends wie ein Stein ins Bett, gegen halb zehn. Was nicht heißt, das ich den Tag über auf gewesen wäre. Ich hielt es kaum mehr als eine Stunde am Stück aus, von Anfällen geplagt.

Am nächsten Morgen (jetzt ist Samstag, 28.09.) dann wieder die Tabletten einwerfen (150 µg), und für einen Moment geht es. Ich fühlte mich flatterig, tatterig, aber so, wie die letzten eineinhalb Wochen auch morgens. Doch kaum bin ich zwanzig Minuten auf, geht es wieder los: Krampfanfälle in den Beinen, links Kribbeln, rechts das Bein krampft in regelmäßigen Abständen von einigen Sekunden. Linke Körperhälfte kribbelt. Der Kopf zieht sich regelrecht zusammen. Der Stahlhelm kommt, innen und außen, ich spüre, wie der Nacken sich zusammenzieht. Der linke Arm wird taub, aber bewegen kann ich ihn. Ralfi macht den Drucktest mit meinen Händen, ob ich zugreifen kann. Geht alles. Aber mein Körper will nicht mehr. Mir ist schwindelig, schummrig, seltsam, alles dreht sich in mir, nicht vor den Augen, sondern dahinter.
Ralfi ruft den Notarzt. Nach einer guten Stunde (ich kürze hier ab) sagt dieser dann: "Da kann ich Ihnen nicht helfen. Soll ich einen Krankenwagen rufen?" Ich nickte.
Eineinhalb Stunden später, ich zitter am ganzen Körper, der einfach nicht mehr stillhalten will, kommt endlich der Krankenwagen. Die Treppen kann ich in Begleitung hinunter gehen. Ralfi soll mit in den Wagen, das sage ich den beiden. Sie fahren mich nicht in das KH, in dem die OP gemacht wurde - dieses hat Aufnahmestopp. In der Stadt (um die Ecke also) in ein Fest über's Wochenende, und die Krankenhäuser sind voll mit Besoffenen. Schöne Sache, das, denke ich. Und die Notfälle, die können dann zusehen wo sie bleiben. Ich habe eine Isodecke übergelegt bekommen. Langsam wird mir ein wenig wärmer, die Krampfattacke hat um die 1,5 Stunden (wieder) angedauert, bis sich der Körper ein wenig entspannt.

11:45 Uhr. Bin jetzt in der Notaufnahme des St. Josefs-Hospital. Durch den Hintereingang rein, sozusagen, auf der Bahre geschoben worden. Komisches Gefühl war das, rückwärtig, und ich vermisse Ralfi. Alles in allem hat es ca. 30 Minuten gedauert, bis ich dann auf einer Liege liege. Direkt natürlich wieder den Pulsmesser an den Finger, auch die grauenhafte Blutdruckmanschette, die mir alle 15 Minuten den Arm abzuquetschen scheint. Ich bekomme - elend! - wieder Blut abgenommen. Da mein Rechter Arm zerstochen ist und der linke nichts hergeben will (angeblich, dabei nimmt dort immer mein Hausarzt ab), sticht der Pfleger mich ins untere linke Handgelenk. Danke, wie angenehm. Eine Kanüle krieg ich auch direkt verpaßt, linkes Handgelenk oben. Rosa ist die Kanüle, und es tut tierisch weh als er mir die Nadel in die Vene piekst.
Ich liege dann ca. eine Stunde, ehe die Ärztin kommt. Sie ist alleine (Mann, den Text kenn ich schon), und deshalb dauert alles bissi länger. Sie nimmt sich sehr viel Zeit, fragt alles genau nach, wie was wann wo und überhaupt. Ich erzähle alles zum xten Mal, kann schwer sprechen, zwischendurch muß ich heulen. Die Tränen laufen einfach, ich kann's nicht ändern. Sie drängt mich nicht, läßt mir Zeit, sagt, es ist alles okay, ich soll mir ruhig Zeit lassen. Als ich ihr erzähle, das ich zwei Tage zuvor schon in der Notaufnahme im P.Stift war, schüttelt sie entrüstet den Kopf, das dort nichts internistisch unternommen wurde. Auch das Dr. G., der mich operiert hat, mich einfach komplett ohne SD-Hormon-Tabletten nach Hause geschickt hat, ist ihr unbegreiflich, denn "der ist an sich eine Koriphäe auf dem Gebiet der Schilddrüse!".
Eine gute halbe Stunde ist sie bei mir. Sie sagt, sie werden auch das Urin nachsehen, für alle fälle, ich meine daraufhin, das mir das sehr gelegen kommt, ich müsse nämlich ganz dringend. Die Ärztin sagt, sie schicke meinen Freund rein, der könne mich begleiten, denn ich sei ja ziemlich wackelig auf den Beinen.

Es ist nun 13:11 Uhr. Ich setzte mich zum ersten Mal auf. Ich kann nicht mehr liegen, fühle mich auch nicht mehr ganz so flatterig. Mein Herzschlag läuft ganz ruhig, der Puls ebenfalls. Ich sehe auf die Uhr, als die Manschette mir wieder den Arm abschnürt. 13:15 Uhr. Also alle 15 Minuten quetscht es mir den Arm. Die Zeit vergeht. Ich muß, ich muß, ich muß, denke ich nur noch. Ich will endlich auf den Topf. Ich muß. Wo ist Ralfi?

15:45 Uhr. Eine Schwester fragt, ob alles okay sei. Ich sage ihr, ich warte seit Stunden, das mich jemand zur Toi begleitet, weil mir schwindelig ist. Und ich soll Urin abgeben, wo ist der Becher, denn in die hohle Hand... ! Und wo ist mein Freund? Der sollte schon längst hier sein, hat die Ärztin gesagt. Die Schwester sagt, sie geht mit mir zum Topp, dann legt sie mich hin, dann krieg ich ne Tablette und dann kommt mein Freund. Naja, egal jetzt, muß pullern, denke ich nur.
Es ist ca. 16:15 Uhr, bis Ralfi endlich kommt. Viereinhalb Stunden warte ich auf ihn, und zwischenzeitlich sind die Tränchen geflossen, weil ich ihn so vermißt habe. Ich kann nicht ohne ihn, nicht in solchen Momenten. Die Schwester gibt mir einen Becher mit einer dicken, richtig fetten Brausetablette. Kalium, weil mein Kalium-Wert viel zu niedrig sei. Okay, ich soll es langsam, schlückchenweise trinken. Gut. Mach ich. Ist seltsam, der Geschmack vom Kalium. Wußte bis dato nicht, das man das trinken kann. Anfangs fast süß, bitter dann. Ekelhafter Nachgeschmack. Ich trinke es aus, das Becherchen.
Eine halbe Stunde nach dem letzten Schluck Kalium: Schwindel, Krämpfe, Atemnot, Herzrasen, kalte, nasse Hände, Kribbeln linksseitig, Stahlhelm-Gefühl. Da ist es wieder. Zeitraum: ~ eine Stunde und 10 Minuten, die dieser Anfall dauert.

Ein Pfleger hat zwischenzeitlich mal erwähnt, das ich im Krankenhaus bleiben müsse. Das hat mich nicht beunruhigt, da ich zu diesem Zeitpunkt die Hoffnung habe, das endlich die Ursache dieser Anfälle gefunden wird.

Gegen 19:30 Uhr komme ich auf die 5. Etage, auf die Gynäkologische, weil auf der Internistischen - auf die ich an sich gehöre - kein Bett frei ist. Naja, dafür ist es hier ruhig. Okay, soweit es in einem KH ruhig sein kann. Eine Frau ist mit mir auf dem Zimmer, die ist sehr nett. Ich bin so schwach und schlapp von all den Krämpfen, von diesem anstrengenden Tag, das ich nur noch liegen will. Will schlafen, was natürlich nicht richtig geht, dennoch lege ich mich - nachdem ich der Schwester alle Fragen für's Aufnahmeformular beantwortet habe - einfach ab, Licht aus, keinen Fernseher an, mir nur einen Radiosender rausgesucht, damit ich eine Uhrzeit habe.

So. Das war es dann so weit mit den Notaufnahmen. Nett, oder? Ich denke oft an den Spruch "ich kann Ihnen da nicht helfen, ich bin nur Chirurg" und nicke innerlich, weil das wohl auf so einige Ärzte zuzutreffen scheint, auch wenn sie nicht amtlich Chirurgen sind.

Bis dahin... tja, wie soll ich euch Mut machen, wo er mir zur Zeit selber gänzlich fehlt?

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