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Sonntag, 10. November 2013

Sportmediziner hat doch nix mit Schwindel zu tun... ?!

So, Freitag ist es. Ich habe Mittwoch zwar nicht viel, aber doch ein klein wenig mehr gegessen, als in den vergangenen acht Wochen. Und Donnerstag habe ich dann fast einen Rekord aufgestellt - obwohl es, wenn man es zusammen zählt, nicht wirklich viel war. Doch Freitag Morgen ging dann wieder nix. Beim Frühstück - zack, wie immer. Und

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Interessante Sitzung

Heute war ich endlich beim Neurologen. Endlich deshalb, weil mir ja diverse Ärzte einreden woll(t)en, das meine Eßstörung rein psychischer Natur ist (psychosomatisch also). Und das glaube ich ja nicht, und zwar schon seit Wochen nicht. Und genau seit 5 Wochen bat ich darum, doch endlich mal einen Neurologen hinzuziehen zu können. Warum ich da die Ärzte drum gebeten habe? Och Leuts, ich war doch zwischenzeitlich im Krankenhaus, und dort kam ja nix groß raus, außer das meine Symptome angeblich allein von den Nebenwirkungen der SD-Tabletten herrühren. Soweit also dazu.
Heute dann eine interessante Sitzung. Es war nicht die erste Wahl an Neurologen, aber es gibt nur eine Handvoll in dieser Stadt, und einige wollten mich auf Ende November/Anfang Dezember vertrösten. Nein, nein und nochmals nein, aber nicht bei einer eventuellen neurologischen Ess-Störung. Nein, sowas eilt, da kann man schon mal auf den Putz hauen. Gut, also hat Ralfi die Neurologin angerufen, bei der ich 2007 schon mal war - und zu der ich nie wieder gehen wollte. Sie ist eine fähige Ärztin, das kann ich nicht abstreiten, aber man wird eben nicht mit jedem grün. Anfangs war sie mir ein wenig abgeneigt, denn ich hatte vor mehr als 6 Jahren einen Termin bei ihr nicht eingehalten. Wie dem auch sei, sie tippte mit dem bewährten 2-Finger-Suchsystem alles auf, was ich ihr so erzählte. Schließlich laß sie noch in einem Fachbuch nach, was denn so alles bei einer SD-OP passieren könne - das die Stimmbänder beansprucht werden können, das weiß ein jeder mittlerweile. Sollte. Naja, dann kam sie letztendlich auf eine interessante Theorie: der Nervus Vagus, der 10. Hirnnerv, sitzt in der Region um die SD. Ein kleines Hämatom, eine winzige Beanspruchung würde schon reichen, diesen Nerv zu reizen, der u.a. auch für die Speiseröhre und die Kehle verantwortlich ist. Das würde dann erklären, warum mir beim Essen (nach dem Schlucken also) schwindelig wird und sich mein Kopf wie im Krampf zusammenzieht und schmerzt.
Somit also: ab zum MRT! Termin ist eben gemacht, und zwar für den 20.11. Na, bin gespannt. Obwohl ich sagen muß, das ich hoffe... naja, wie auch immer. Das es eben nix Schlimmes ist.

Aha! Jetzt bin ich groggy. Muß heute noch die 2 Liter Zeugs trinken, damit mein Magen und Darm morgen ratzesauber sind. Japp, Magen- und Darmspiegelung. Hach wie freu ich mich drauf... :( Sollte dann dort kein Ergebnis vorliegen, dann dürfte klar sein, das es sich bei dem ganzen Drama nicht nur um die SD-Hormone, sondern um eine neurologische Störung handelt. So, und bis dahin... Kopf hoch, so gut es eben geht.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Leider darf ich mich nicht aufregen oder...

... was sich so ergeben hat bezüglich meiner Gesundheit

Ich war ja 5 Tage im Krankenhaus (die 2.), ihr erinnert euch sicher noch?! Dort hatte ich immer wieder auf die Problematik angesprochen, das ich nicht essen kann. Ist nicht so, klaro, das ich so überhaupt gar keinen Bissen runterbekommen hätte. Ihr könnt euch denken, dann säße ich jetzt nicht hier. Aber richtig essen geht ja auch jetzt noch immer nicht. Ich habe alle möglichen Ärzte - sei es in der Notaufnahme, sei es die ständig wechselnden Ärzte und PfegerInnen, die mir täglich untergekommen sind - darauf angesprochen, das es eine Zumutung ist, mir der Magen schmerzt und ich mein Essen lutschen muß - was beinhaltet, das ich an einem halben Brot oder Brötchen knapp über eine Stunde "gegessen" habe. Doch anscheinend nahm man mich nicht ernst. Sicher, es wurde ein Ultraschall vom Magen gemacht. Das war nach gefühlten 2 Minuten (in Echtzeit vermutlich dennoch kaum mehr als 5) rum. Da wäre nichts, mein Magen wäre vollkommen gesund, also könne ich auch essen, sagte der Arzt da zu mir.

Okay, super, die Problematik ist also - auch nach ebbes mehr als 2 Wochen, die ich nun wieder daheim bin - kaum verändert. Im Gegenteil, kaum war ich 3-4 Tage wieder zu Hause, begann es meinem Magen wieder schlechter zu gehen. Also habe ich, nachdem ich mich vergangenes Wochenende wirklich gequält habe, am Montag morgen zum Doc geschleppt. Auf dem Hinweg hielt mein Magen schon keine Ruhe, und ich dachte, ich müsse zusammenklappen - hätte Ralfi mich nicht festgehalten.

Um's kurz zu machen: der Doc meinte, ich solle Nachmittags zum Ultraschall vorbei kommen, dann sei schön Zeit, und er gucke sich das mal richtig an - denn, so sagte er, nun könne man nicht mehr davon ausgehen, das das allein von der Schilddrüse käme, und wir sollten den Magen gesondert behandeln. Meine Rede - und das seit mehr als 4 Wochen!!

Nachmittags dann Ultraschall vom Magen. Knapp 15 Minuten (!!) guckte der Doc, ganz in Ruhe und gründlich. Und was soll ich sagen? Der erste Kommentar:
"Oh, der Mageneingang sieht aber sehr verändert aus..."
Nach einigen Minuten dann:
"... und der ganze Magenraum ist schwer entzündet. Das ist eine ausgewachsene Magenschleimhautentzündung (=Gastritis)."
Meine Rede!! Aber nein, im Krankenhaus wurde nichts festgestellt. Ha, ha, ha, ein bitteres Lachen entringt sich meiner Kehle. Denn diese schwere Entzündung, so auch mein Arzt, hätte dort schon festgestellt werden müssen!

Aber: ich darf mich nicht aufregen, sonst brodelt meine Magensäure wieder hoch, und das kann ich - gelinde ausgedrückt - jetzt so gar nicht brauchen!

Wie sich das weiter entwickelt - später mehr!

Sonntag, 13. Oktober 2013

Selbstbeobachtung / Donnerstag, 10.10.13

- habe von ca. 23-23:30 h geschlafen; dann wach bis ca. 1:00 h; mehr geschlafen jedenfalls als die letzten Wochen; ab ca. 4:30 h kaum noch; Hals war enger als sonst; hatte mehr Durst diese Nacht;
- 8:15 h: 125 µg // 8:50 h: Temp. 35,65°C (Temperatur war vor 2 Wochen ähnlich niedrig, kurz bevor ich ins Krankenhaus gekommen bin);
- bin flaterig (wie immer morgens), Hals ist sehr eng, scheint sich zwischendurch zusammenzuziehen;
- 9:20 h: 4 kleine Bissen, linke Hand kribbelt, Magen drückt, Herzrasengefühl; muß plötzlich dringend auf die Toi, Tinnitus ist sehr laut;
- 9:40 h: (am PC auf Stuhl) rechter Fuß sticht, rechter Oberarm zieht;
- 10:10 h: bißchen flatterig, ca. 8-10x schon aufgestanden heute;
- 10:40 h: hab heute mehr Durst als die letzten Tage;
- 11:05 h: total überanstrengt? war die ganze Zeit am PC, es muß irgendwie weitergehen! Tinnitus leicht verstärkt, fühle mich jetzt schwach und fiebrig; kalte Füße, sonst warm, rechter Arm tut weh (zu viel getippt?);

-> Was ist nach all den Wochen gleich geblieben?

-> kann nicht richtig essen;
-> einen Tag geht's fast ohne "Anfall", am nächsten Tag ist es schlimmer (+ öfter);
-> kann nur Wasser trinken;
-> kann nichts Warmes essen/trinken;
-> morgendliche Flatterigkeit; am 10:30-11:00 Uhr geht nichts mehr (ausgepowert);
-> Schlaflosigkeit (obwohl müde);
-> Symptome vor den "Anfällen": Stimme "kommt von woanders her", Kribbeln linke Hand, Kopfdrücken, Magendrücken, wackelige Beine;
-> schriller Tinnitus / enger Hals

- 12:15 h: kalte Füße (eiskalt heute, zum ersten Mal wieder seit 4/5 Tagen); kalte, trockene Hände; hab Hunger und bin groggy; fühlt sich im Kopf (und von den Augen her) so an, als würde ich gleich einschlafen und mir die Sinne schwinden;
- 12:20 h: Gang ins Bad ging, leicht wackelig; friere ein wenig (fängt gerade an, mir kalt zu werden); Tinnitus links lauter und schriller Piepston;

-> mir kommt es so vor, als sammelten sich wieder alle Symptome, wie sie schon vor 3 Wochen waren (als die Unterfunktion festgestellt worden war)   :(

- 12:33 h: Versuch Mittagessen 1: (gef. Paprika m. Reis u. Gemüse in Tomatensoße m. Käse überbacken);
- 12:40 h: fühle mich flatterig, Muskeln oder was auch immer am Rücken/Nacken/Schulterbereich zucken nervös; 4 "Bissen": Kribbeln linke Hand, feuchte Hände, ""Tuckern/Klopfen" im Magen; schwerer Kopf, Gefühl v. Herzrasen; Magen drückt; Kopf fühlt sich wackelig an (innen);
- 12:47 h: liege jetzt, linkes Bein kribbelt;
- 13:08 h: Heulflash; Talf nach Tablettenname & Essen gegoogelt, eine Frau beschrieb ähnliche Symptome wie bei mir + schrieb, das "am 3. Tag nach Absetzen der Tabletten alles wieder normal bei ihr gewesen sei". Ralf sagte, wir gehen heute noch zum Doc;
-> diesmal lasse ich mir nix erzählen von Hormonen und das die Tabletten erst wirken müssen und sowas!

- 13:12 h: seit ca. 30 min schwindelig, habe Hunger, Augen brennen, linkes Bein tut weg; Temp. 36,32°C;
- 13:15-15:00 h: gelegen;
- 15:05 h: Sprechstundendame vom Doc ruft an, ich solle Dosierung senken! (Hammer, die rufen sogar daheim an!) Ralfi sagte, das wir um 16:00 h zu ihnen kommen, da es eit einigen Tagen wieder schlechter geht.

ca. 16:15 h: Wartezimmer; der Weg hierher ging, fühle mich schwach auf den Beinen + mir war tuddelig im Kopf; jetzt bin ich einfach müde. Die Sonne scheint mir durch's Fenster auf den Rücken, der ganz warm, fast heiß, ist. Endlich sind jetzt auch meine Füße wieder warm. Das Laufen an der frischen Luft hat sehr gut getan, auch wenn ich große Angst vorm Herzrasen/Überanstrengung habe. Ich hoffe, ich bleibe weiterhin so ruhig... Mein Magen hat auf dem Weg hierher (wie schon daheim im Bett) einige Male gekrampft, aber aufgrund der Symptomatik zu Mittag konnte ich nichts essen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das jetzt wieder machen, geschweige denn durchstehen soll... wieder (!) so gar nichts essen zu können... dafür reicht mein letzter mir verbliebener Rest Kraft nicht aus. :(
Ich kenne mich ja zu gut: auf dem Weg hierher war ich (fast) guter Dinge, sozusagen in "freudiger Erwartung des Guten", doch was kann es schon bedeuten, das ich die Dosis herabsetzen soll? Gute Werte, kann das nur bedeuten; das ist zwar schon mal ein Anfang...

-> 17:25 h: wieder daheim. Habe L-Thyroxin von Henning verschrieben bekommen. Habe Doc gesagt, das ich denke, das ich das L-T. von zentiva einfach nicht vertrage. Ich soll ab morgen früh erstmal für eine Woche (oder so) 100 Mg nehmen, also 25 µg weniger. Arzt meint, mein TSH-Wert wäre diesmal bei 0 gewesen, auch schlecht, er könne gut verstelen, das ich mich ähnlich fühlen müsse wie vor 3,5 Wochen. Naja, okay, der Wert soll auf 1, darauf arbeiten wir hin, ich solle mir um die Werte aber keinen Kopf machen. Ich solle sehen, wie es mit den L-T. von Henning läuft + ihn nächste Woche unbedingt anrufen (dann müsse ich mich nicht in die Praxis schleppen). Wahrscheinlich ist, das bei mir öfter als bei anderen SD-Patis Blut abgenommen werden müsse, vor allem im ersten 1/4 Jahr. Der Doc meinte weiterhin, meine Hormone spielen verrückt, deshalb auch die Schlaflosigkeit (auf die Ralfi ihn ansprach). Also nix Neues in dem Sinne. Zum Abschluß sagte er, er sei gespannt, wie meine Werte zum Jahresende hin lägen. Nun denn...

- 18:05 h: linksseitige Schwere, Kopfziehen/-Kribbeln, Gefühl v. Herzrasen, Hitze linkes Bein + linker Arm (Schulter schwer + schmerzt); Augenflimmern; <- Essen geht nicht, habe es jetzt am Sandwichbrot (trocken, ohne alles) gemerkt...
- 18:35 h: und ich hab solchen Hunger... :(
-> Mein Magen knurrt + grummelt, aber essen klappt nicht; :(  Ich bin total groggy, die Augen sind schwer + müde, und ich möchte einfach nur was essen! Ralfi brutzelt was in der Küche, es zischt und - egal was er kocht - ich würd's am liebsten wegspachteln! Doch schon beim kleinsten Bröckchen Brot geht das Drama mit dem Kreislauf wieder von vorne los! Tja - was also jetzt tun? Da wußte bisher noch keiner Ralt, der was geholfen hätte.
- 20:05 h: Frosch im Hals (hoffentlich nicht noch 'nen Blubber geholt heute an der Luft!); groggy, Enge im Hals; Schwindel;
- 21:25 h: Bett

Samstag, 5. Oktober 2013

Krankenhaus die 2. - Mittwoch (02.10.13)



Um 7:00 Uhr, da hat man als Kranker ja eh nix anderes zu tun, wird die Zimmertür aufgerissen, Licht geht an, Pfleger trampelt rein. Ich sage ihm, als er mich blutdruckt und termometert (100/60, Puls 72, 36,3°C), das ich seit einigen Tagen Halsweh hab, trockenen Hals, leichten Husten. Sagen Sie dann gleich dem Arzt bescheid, wenn er kommt. Er nickt vertrauensvoll, als wäre das eine Tatsache, das binnen kürzester Zeit die Visite stattfindet. Naja, denke ich, lecko mio.
Um kurz vor zehn kann ich zum ersten Mal seit einer Woche auf die Toi. Wie soll das auch gehen, wenn man nicht richtig essen kann? Hat mir noch keiner verraten. Naja, hier eh nicht, denke ich.
Um 10:15 Uhr bekomme ich ein schweres Gefühl im Kopf, der sich zusammenzieht, und mir wird mit einemmal eisekalt. Ich bibbere und gehe unter die Zudecke.

Ralfi kommt, wir laufen mal kurz durch den Flur, aber entfernen uns nie sehr weit vom Zimmer, weil wir die Visite nicht verpassen wollen. Aber da kommt nix, und Ralfi geht vor dem Mittag wieder heim.

Ich schiebe mittlerweile richtig Kohldampf, es ist Mittags, und ich warte sehnsüchtig auf das Essen. 13 Uhr öffnet sich die Tür, und das Tablett wird mir vor die Nase gestellt. Naja, lecker ist was anderes, aber ich hab Hunger. Einen Bissen schaffe ich, dann klopft es wieder, und ein Doktor kommt rein, der sich als Neurologe vorstellt. Hui, denke ich, der ist mal mein Alter! Also ein richtiger Arzt, und ich entspanne augenblicklich. Allein, das überhaupt endlich mal ein Neurologo reinschaut, wo ich so Angst um meinen Kopf habe, wegen all der Krämpfe... Ich erzähle ich also davon. Er fragt dies und das, wann ich das letzte Mal Krämpfe hatte, wie häufig und all das, wann das letzte EEG gemacht wurde und sowas... Er macht ein paar Tests (Hinstellen, Finger auf die Nase, Reflexklopfen etc.) und sagt, das es sich bei den Krämpfen um keine neurologische Störung handelt. Das sei das Calcium, so wie er das jetzt beurteile, das alles trete tatsächlich nur im Zusammenhang mit der (nicht mehr vorhandenen) Schilddrüse auf. Ich brauche mir keine Sorgen um meinen Kopf machen, man könne andere neurologische Untersuchungen - wie EEG - für einen späteren Zeitpunkt anberaumen, das solle ich dann mit meinem Hausarzt abklären. Okidoki, denke ich, ein wenig beruhigt. Ein wenig aber nur. Ehrlich? Nicht wirklich. Ich habe ihm gesagt, das mir das Angst macht, und er sagt, das ist normal, auch das wird von der SD gesteuert, von den SD-Hormonen vielmehr. Diese haben als Begleiterscheinung Angstzustände und Panikattacken. Ich solle versuchen, mich zu entspannen, wenn solch ein Anfall kommt, und mir sagen, das es nichts mit meinem Kopf zu tun hat. Okay, ich versuche es, denke ich, und weiß jetzt schon, das das nix wird. Also das Fazit der neurologischen Untersuchung: ich bin topfit, um es auf den Punkt zu bringen. Neurologisch jedenfalls.

Um 13.10 Uhr kann ich dann endlich bissi essen. Ich schaffe sogar relativ viel, wenn auch - natürlich - wieder nur im Schneckentempo. Als Ralfi wieder nach mir sehen kommt, war noch immer keine Visite in unserem Zimmer. Die beiden Damen und ich haben schon spekuliert, das unser Zimmer wohl gern gemieden wird, weil am Ende vom Gang, da vergißt man das leicht. Ich spekuliere für mich im Oberstübchen, das es vielleicht an der Luft hier drin liegt. Heute war mal das Fenster auf, für ungefähr eine Stunde, ein kleines Kippfenster recht weit unten (auf Betthöhe), das einen Raum von ca. 30 m² durchlüften sollte... nun denn. Wie auch immer, Ralfi und ich laufen immer mal ein bissi rum. Auf dem Flur, damit wir nix verpassen, und wir sehen bei jedem Gang - wir gehen so alle 25-30 Minuten - den Arzt, dessen Bekanntschaft ich bereits Sonntags machen durfte, mit einer jungen Ärztin beratschlagen. Sie stehen in einer Nische und reden und reden und reden. Jedesmal wenn wir auf den Gang treten.

16:25 Uhr geht endlich die Zimmertür auf, nachdem die 3 Ärzte (er, und zwei sie's) ungefähr zwanzig Minuten davor gestanden und unüberhörbar über uns gesprochen haben, und die Visite fängt auch gleich mit mir an.
"Ihre Werte sind sehr gut, die haben sich jetzt eingependelt," sagt Dr. "der-Körper-ist-kein-universelles-Wesen". "Und deshalb lassen wir Sie jetzt fliegen, Sie können also jetzt nach Hause."
Hä? Das ist alles?
"Ja, wie, und wovon... ? Und wieso... ?" So viele Fragen hab ich noch.
Um es kurz zu machen - und es ist genau so, wie Ralfi es mir an eben diesem Morgen sagte, nachdem er nämlich das Internet konsultiert und sich den Beipackzettel der SD-Hormon-Tabletten durchgelesen hat (den wir nicht mehr haben, sondern der bei meinem Hausarzt liegt): das sind alles Nebenwirkungen der Tabletten, die ich zur Zeit zeige, in zwar verstärkter Form, aber das rührt daher, das sich meine Hormone noch nicht eingestellt haben im Zusammenspiel mit den Tabletten. Da mir nach der OP keinerlei Medikament verabreicht wurde, hat mein Körper erstmal alle Hormone aufgebraucht, die noch gespeichert waren. Resthormone sind ja auch ohne SD noch im Körper vorhanden und werden, bis zu einem gewissen Grad, ausgeschüttet. Doch letztendlich, wenn dann die Hormon-Produktion komplett eingestellt wird, weil der Körper eben keinen Hormon-Lieferanten mehr hat, zeigen sich eben diese Symptome. Und das wird schlimmer, wenn man nicht - was ja zu Beginn auch gar nicht geht - die richtige Dosis an SD-Hormonen verabreicht bekommt. Ich solle die Hormone von 150 nun direkt anderntags auf 125 µg hinuntersetzen, denn meine Werte würden sich ja jetzt noch nach und nach immer ein klein wenig angleichen.

Fazit: hätte ich also direkt nach der OP Tabletten bekommen, wäre mir all das erspart geblieben. Auch, das ich noch immer nicht richtig essen kann, mein Kreislauf bei jeglich warmen Essen und Getränken schlapp macht, ich gegen Mittag/Nachmittag extreme Schwindelanfälle und Panikattacken bekomme... das hätte ich alles von der Backe, wenn... aber das nutzt ja jetzt nun nix, ich muß damit leben, wie es jetzt ist, so schwer es mir fällt.

Wir sind dann also nach Hause, wo ich um 21:30 Uhr einen heftigen Schwindelanfall beim Trinken einer lauwarmen Gemüsebrühe bekam. Bis dahin war an dem Tag nix mehr, außer das ich sehr wackelig auf den Beinen war, mir immerzu schummrig war und ich mich allgemein unwohl fühlte. Also wie immer in den letzten Wochen...

So, das war mein Krankenhaus-Aufenthalt, der 2. also in Sachen Schilddrüse. Von nun an folgen täglich nur noch Bestandsaufnahmen, wie ich mich gefühlt habe, um denjenigen einen Überblick zu verschaffen, die selber mit der SD zu tun haben. Es ist schwer, bei so einer riesigen Auswahl im Internet, auf die gleiche Symptomatik zu treffen. Vielleicht bringt es dem ein oder anderen etwas, der seine Symptome mit meinen abgleichen kann. Wie ich erfahren habe, ist es bei mir sogar noch glimpflich abgegangen, mein TSH-Wert lag ja bei 34, mittlerweile liegt er wohl um die 3,4-3,6. Es gibt da ganz andere Fälle, und ich bin in Gedanken bei all diesen Menschen, denen es noch schlechter geht als mir.

Und übrigens - und das geht an Adressen wie die meiner lieben Frau Mama und andere "Härtner": mit 'nem kalten Waschlappen auf die Stirn ist es nicht getan! Ich bin nicht der erste Fall, der wegen dieser oder ähnlicher Symptome ins KH kam, und bei dem die Ärzte erstmal vor einem Rätsel stehen. Statt das sich dort mal jemand die Packungsbeilage durchgelesen hätte, tackern sie mich mit ihren Untersuchungen zu, die rein gar nichts mit dieser Sache zu tun haben.

Naja, in diesem Sinne. Ich hoffe, es ist so, wie Ralfi es mir gesagt hat: es wird jetzt jeden Tag besser. Ich müßte nur noch anfangen, daran zu glauben... aber wie das eben so ist: was ich nicht fühlen kann, kann ich nicht glauben. Also, bis dahin dann!

Krankenhaus die 2. - Dienstag (01.10.13)



Der Pfleger, der morgens um 7 Uhr reinplatzt, stellt mir eine fette Tablette auf den Nachttisch. "Kalium," sagt er dazu. Ach, echt jetzt? "Wieso morgens? Ich hab die die letzten Tage immer gegen Nachmittag bekommen." "Sollen Sie jetzt morgens nehmen, die Werte sind noch ein bißchen niedrig." "Vor oder nach dem Frühstück?" frage ich, schon Angst in der Stimme. "Egal. Können Sie auch mit dem Frühstück nehmen." Okay, so mache ich es. Gegen 8:45 Uhr ist das Frühstück da, um zehn vor neun trinke ich einen kleinen Schluck Kalium, beiße ins Brötchen (nicht, das man das wirklich einen richtigen Bissen nennen kann, lediglich ein Fitzelchen vom Rand ist weg)... und aus ist es. Ich gehe um, sozusagen. Mit dem Kribbeln der linken Hand beginnt es, zieht sich dann wieder den ganzen Arm hoch, linke Schulterseite krampft, linke Kopfseite kribbelt und bitzelt. Beide Hände kribbeln dann sehr stark, also auch rechts, ganz neu heute. Mein kompletter Kopf - auch das heute neu! - hat ein Gefühl wie von "einschlafen": bizzeln, kribbeln, kalt werden, absterben... ein allgemeines Taubheitsgefühl am Kopf, linke Seite noch etwas mehr betroffen (linke Zungenseite, ganz komisch, ist aber so, wirkt taub).
Gegen 9:50 Uhr ist der Anfall rum, Ralfi kam kurz nachdem er begonnen hatte. Ich habe Tränen in den Augen, als ich ihn zur Tür reinkommen sehe, fühle mich ganz mies. Bin deprimiert und hoffe, es kommt endlich mal ein Arzt während eines Anfalls, nicht erst immer danach!

Ja, da kommt tatsächlich ein "Arzt". Ich muß sofort an "Scrubs" denken - naja, eher noch an "Kindergarten". Die sehen alle aus, diese komischen Ärzte hier, als wären sie 12 Jahre alt. Mann, ist doch nicht wahr, wo sind denn die erfahrenen Ärzte? Der Typ labert und labert. Ich glaube, er hört sich gern selber reden. Meine beiden (älteren) Zimmernachbarinnen finden ihn ganz toll, er nähme sich so viel Zeit und erkläre alles so genau. Doch ich höre außer "laber, laber, blubberbla" gar nichts. Keine Ahnung, die Werte wären soweit ganz gut, blabla, ich dürfe halt nicht durch den Mund ein- und ausatmen, da die Gefahr der Hyperventilation bestehe und ich so auch das Calcium, das in den Lungen undsoweiter sitzt, ausstoßen würde. Damit sinke dann der Calcium-Haushalt und der Körper brauche wieder enorme Kraft, das auszugleichen, weshalb ich dann auch so ein Bizzeln im Kopf habe... aha. Also an sich genau das, was mir eine Woche zuvor schon mein Hausarzt (der neue) erklärt hat?! Nichts weiter? Der Laber-Arzt ist nicht so angetan, als ihm sage, das genau das mein Hausarzt auch gesagt hat, das mit dem Calcium. Er redet und redet, und dann sagt er, er würde mir gleich eine Beruhigungspille geben, die solle ich nehmen, dann ginge es auch mit dem Essen besser und ich würde ein wenig entspannen. Naja, gut. Ich steh ja so auf Pillen. (Sagte ich schon "kotz, würg"?) Sie wären ja hier, um mir zu helfen, ich müsse ihnen dann auch etwas entgegen kommen. Leicht gesagt von jemandem, der mit seinen 12 Jahren so glücklich ist, und man selber liegt da mit Krämpfen und Ängsten.

Ich lasse die Tablette trotzdem weg, bis ich gegessen habe, egal was Dr. 12-Jahre-alt sagt. Die macht mich zu 'nem Zombie, sage ich zu Ralfi, ich kenne diese Sch****-Tranquilizer. Ein halbes Brötchen schaffe ich, da ist es 10:30 Uhr. Und um 10:40 Uhr nehme ich die Pille. Die steckt man sich unter die Zunge, soll wohl nix Dolles sein, und dann löst die sich auf, weg und gut ist. Okay, mehr als das meine Augen schwer wie Blei werden passiert auch nicht.

12:45 Uhr, Ralfi ist weg, da kommt 'ne Schwester rein (ja, eine von den zahllosen, ich blick schon net mehr durch), die sagt, sie will mir das Langzeit-EKG abnehmen. Ich sage:
"Nein, das soll 24 Stunden dran bleiben, bis halb vier heute Nachmittag. Und so lange bleibt das auch dran!"
Erschrocken geht sie wieder aus dem Zimmer.
Um 13 Uhr kommt das Mittagessen. Dieses schaffe ich tatsächlich zu 3/4, scheint also doch ein wenig zu stimmen, das die Pille, die ich eingeworfen habe, das Essen bissi erleichtert. Dennoch spüre ich von der prophezeiten Entspannung, die sie auslösen soll, nicht das Geringste.
Um 13:40 Uhr kommt ein ziemlich komischer Pfleger, seltsam deshalb weil er zu Anfang die Handschuhe vergißt... weia, meine Augen weiten sich panisch, ohne Handschuhe! Er nimmt mir Blut über die Arterie ab, die direkten Calcium-Blut-Werte sollen nachgemessen werden. Das ist so eine richtig unschöne Sache, aber es geht noch. Tut nicht so dolle weh, wie ich dachte.

14:10 Uhr, ich hab nur rumgelegen zwischen den "Besuchen", die mich heute malträtieren, denn zum Lesen fehlen mir Konzentration und Nerven, und zum Fernsehen einfach der Bock, kommt dann das übliche Prozedere: Blutdruck/Puls-Messen, Temperaturmessen. 100/60, Puls bei 72, Temperatur bei 36,9°C. Okay, alles wunderbar, sagt der Pfleger. Naja, wenn der es sagt.

Um 15:30 Uhr gehe ich mit Ralfi los, der derweilen wieder eingetrudelt ist, um das Langzeit-EKG-Gerät endlich loszuwerden. War nicht angenehm, die Nacht, wußte ja nicht, wie ich mich hinlegen soll ohne das es überall drückt und ziept. Naja, binnen von einigen Minuten bin ich das Teil los. Die eine Schwester pampt noch, die würden seit Stunden auf das Teil warten. Ich gebe eben das zurück, was ich der anderen Schwester schon sagte: das das Teil 24 Stunden dran bleiben sollte, so wurde es mir gesagt, fertig aus.

Um 15:40 Uhr, man mag es kaum glauben, kommt Dr. 12-Jahre-alt und meint, er müsse mir nochmals Blut über die Arterie abnehmen. Ich freu mich, weil es ja soo toll war! Die erste Abnahme sei wohl irgendwie fehlgeschlagen (das könnte die Abwesenheit großen Schmerzes erklären, den man ja empfinden soll, wenn einem auf diese Art Blut entnommen wird).
"Schon" um (hahaha) 17:50 Uhr, als Dr. 12-Jahre-alt gerade Feierabend machen will (er hat schon private Montur an), sind die Ergebnisse der arteriellen Blutabnahme da. Der junge Arzt hatte nur vergessen, mir bescheid zu sagen. Alle Werte sind gut, sagt er. Noch ehe er sich entweder in langen Reden ergehen oder einfach verabschieden kann, spreche ich ihn auf die Kalium-Tablette an, von der mir ja augenscheinlich jedesmal - gelinde ausgedrückt - alles runtersackt. Die soll ich jetzt weglassen, ab morgen dann.

Der restliche Tag geht - was ein Glück! - ereignislos zur Neige. Geraucht habe ich seit Sonntag nicht mehr, naja, rauchen kann man das auch nicht nennen, ich hatte lediglich 2-3 Züge von einer Kippe gepafft. Danach hatte ich wohl einen Nikotin-Flash (ja, soll man nach OPs manchmal bekommen, aber 4 Wochen später?) und habe mir gesagt, ich rauche erstmal nicht, bis es mir nicht wieder richtig gut geht. Somit bin ich wohl zur Zeit ein nichtrauchender Raucher.

Krankenhaus die 2. - Montag (30.09.13)



Stundenweise habe ich geschlafen, nicht viel, aber insgesamt waren es wohl um die 4-5 Stunden. Frühstück klappt, halbes Brötchen hab ich wohl runter bekommen. Hat ungefähr 30 min. gedauert, aber immerhin. Trinke deutlich weniger Wasser. Donnerstag (1. Mal Notaufnahme) waren es mehr als 6 Liter, heute bin ich auf ungefähr 3-3,5 Liter runter. Habe leichte Halsschmerzen, trockenen Hals, als würde ich eine Erkältung kriegen.

Ralfi ist wieder gegen 9:30 Uhr bei mir. Der Morgen bis zum Mittag läuft weitgehend gleich ab: der Versuch, etwas zu essen; ruhe mich dann eine halbe Stunde aus, dann laufen wir eine Runde. Wenn es mir "gut" geht (heißt: wenig Symptome), gehen wir an die Luft. Ich kann nicht weit laufen, bin wackelig auf den Beinen, die wie Pudding sind. Der Boden scheint immer noch unter mir wegzugleiten, sobald ich auftrete. Bei jedem Schritt Schwindel. Gegen 11:30 Uhr geht Ralfi nach Hause.

Um kurz vor halb drei kommt eine Schwester rein, ich solle mir ein Langzeit-EKG-Gerät abholen. Sie erklärt mir den Weg, doch noch auf dem selben Flur bin ich kurz vor der Verzweiflung, da ich nicht den richtigen Aufzug finden kann. Ich bin verwirrt, kann mich nicht konzentrieren, der Schwindel ist so stark, das ich ganz langsam laufen muß und mich an der seitlichen Metallbrüstung festhalten, um nicht vornüber zu kippen. Mit Mühe und Not finde ich die EKG-Abteilung, muß dort noch mehr als eine Dreiviertelstunde warten. Trinke zwei Becher Wasser, langweile mich, bin froh, das mir nicht so schummrig ist, während ich hier sitze.
Um 15:30 Uhr habe ich das Langzeit-EKG-Gerät umhängen. Dieser Dummbatz hat es so blöde befestigt, mir die Schnüre nach oben aus dem Hemdchen rausgezogen, mir das Aufzeichnungsgerät dann quer über die schmerzenden Schultern gehängt und alles miteinander vertapet... Mann, was ein Rindvieh! Ich lasse es so um, um Ralfi zu zeigen, wie doll der Typ war, der mir das Gerät umgehängt hat. (Ralfi rollt, als er gegen 16:30 Uhr kommt, mit den Augen, war ja klar! Was für ein Dödel, sagt er.)

Übrigens: mittlerweile befinde ich mich auf der Internistischen! Und zwar in einem 3-Bett-Zimmer. Schön, gelle?! Hier darf man nicht lüften, weil die Dame, die am Fenster liegt, sonst tierisch friert. Die Luft ist stickig und stinkt verbraucht, nach Darmwinden und sonstwas. Sehr appetitanregend... (das "kotz, würg", das ich dachte, als ich ins Zimmer kam, spare ich mir an dieser Stelle). Genau die richtige Luft für jemanden, der es mit dem Kreislauf hat.

Gegen 16:30 Uhr bekomme ich eine Kalium-Brausetablette. Die Schwester sagt: "Ihre Kalium-Werte sind noch ein bißchen niedrig." Kenn ich auch schon, den Spruch. Also als her mit der fetten Brausetablette. Und auch als her mit den - rischtisch! - 30 Minuten später auftretenden Krämpfen und dem ganzen Gedöns. Super. So gegen 17 Uhr gehts richtig los. Das rechte Bein (Wade) krampft in einer Tour; meine Hände, diesmal beidseitig, kribbeln bis zum Oberarm; die Schultermuskulatur, Nackenmuskulatur und Hinterkopf ziehen sich alle Sekunden zusammen, verkrampfen und machen mir - aufgrund der Heftigkeit der Krämpfe - ein normales Atmen unmöglich. Ich atme tief durch Mund ein und aus. Leider immer schneller. Hyperventilation ist das wohl schon, ohne das ich es merke, denn das Ein- und Ausatmen durch den Mund scheint mich zu beruhigen und auch meinen Puls und Herzschlag im Normalbereich zu halten (denke ich bis dahin jedenfalls).
Nach einer Viertelstunde kommt eine Schwester, die meint, sie rufe mal den Arzt. Irgendwann, während wir auf den Arzt warten, bekomme ich ein warmes Kirschkernkissen. Tut sehr gut im verkrampften Nacken, durch die Hitze sinkt allerdings mein Kreislauf augenblicklich wieder ab, ich lege mich erneut hin. Ruhig atmen. Ich kann nicht mehr. Tränen laufen meine Wangen hinunter, meine Lippen sind rauh und ausgetrocknet, ich habe entsetzlichen Durst, kann nicht richtig schlucken/trinken, nur winzig kleine Nippis am Becher, um meine trockene Kehle zu befeuchten.
Die Attacke hält knapp eine Stunde und 15 Minuten an.
Was die Ärztin sagt, weiß ich nicht mehr. Ich höre nur "Blubberblabla". Meine Werte sind wohl okay, aber irgendein Wert stimmt noch nicht, daher würden diese Anfälle rühren. Ich solle ruhig bleiben, sie würde auch einem Neurologen bescheid geben, da ich die Symptomatik beschreibe, mein Gehirn krampfe sich zusammen (Krampfanfall-Vorgeschädigte).

Bin völlig fertig. Will schlafen, geht aber nicht. Ralfi bleibt noch einen Moment, essen kann ich nichts mehr. Gegen 19:30 Uhr geht Ralfi heim, er hat ja auch zu tun. Ich fühle mich schlecht, weil ich ihn von der Hausarbeit und so abhalte und ständig nur noch so mies drauf bin... Fühle mich einfach hundeelend... weine noch ein bißchen. Kann die Nacht über ein paar Stunden schlafen (stundenweise, wie gehabt).

Krankenhaus die 2. - Sonntag (29.09.13)



Ich hatte kaum geschlafen, dennoch stundenweise immer mal gepennt. 8:15 Uhr nahm ich meine Tabletten, wie gewohnt. Gegen 9 Uhr kam der Pfleger mit dem Pillendöschen, hahaha, witzig. Warum ich jetzt schon meine Tabletten genommen hätte, und nicht die des Krankenhauses?
"Weil Pünktlichkeit bei solchen Tabletten, vor allem am Anfang, wichtig ist," gab ich von mir. Er sah mich zerknirscht an.
Gegen 9:30 Uhr kam Ralfi. Ich schaffte es an diesem Morgen (zwar innerhalb einer dreiviertel Stunde, aber immerhin) ein halbes Brötchen mit Marmelade zu essen, ohne das mir der Kreislauf wegsackte. Mir war schummrig, aber es ging grade noch so.

11:15 Uhr kam ein blaugekleideter Arzt, die Internisten-Farbe hier. Er fragte nach meinen Symptomen. Als hätte ich das nicht zwei Mal schon am Vortag erzählt, ich hätte es mal aufschreiben sollen. Nerv! Ich betete die Symptomatik runter, vor allem das ich nicht essen konnte, und er meinte:
"Das können Sie mir also nicht plausibel machen, wieso das beim Essen so ist."
Boah, ich hätte ihn gerne... ! Mann! Ich sagte dann:
"Mein Körper sagt mir dies und das...." (genauer Wortlaut ist auch schnurze), und er sagte dann, höhnisch grinsend:
"Also der Körper kann Ihnen nichts sagen, ja. Der Körper ist kein universelles Wesen, das mit Ihnen in irgendeiner Form sprechen kann..."
Blubberbla. Ich hätte ihn am liebsten nochmal... ! Ja, ist klar. Mein Körper kann nicht sprechen, nö nö. Was ist das für ein Dummdödel, der da vor mir steht? dachte ich, und Ralfi rollte schon wieder mit den Augen.
Ende vom Lied: anderntags könne ich vielleicht sogar schon nach Hause, wenn jetzt nix mehr sei, denn meine SD-Werte seien soweit ja ganz gut. Auf alle Fälle käme ich Montags erstmal auf die Internistische, wo man sich dann auch um mich kümmern würde.
Ha!

Und so zog der Sonntag ereignislos ins Land. Abgesehen von der widerlichen Kalium-Tablette, die ich erst abends gegen 17:30 Uhr (nach meinem Abendbrot) eingenommen hatte, und auf die - exactamundo 30 Minuten später - wieder eine einstündige Krampfattacke folgte.
Aber das Gute: ich habe am Sonntag zum ersten Mal etwas essen können, ohne das mir der Kreislauf direkt weggesackt ist. Zwar hat es ewig gedauert, bis ich etwas habe schlucken können, da ich ewig drauf rumgekaut habe, aber dennoch war es nach fast zwei Wochen das erste Mal, das ich Nahrung habe zu mir nehmen können! :)

Freitag, 4. Oktober 2013

2 x in die Notaufnahme...



... und das ist 'ne Story, liebe Leute! Jetzt ist mal Schluss mit lieb Kind sein, ich hab den Rand voll!
 Es ist Donnerstag Nachmittag, 26.09. Gegen 13 Uhr mittags setzt der erste Krampf ein. Meine linke Hand kribbelt, das Kribbeln zieht sich den Arm hoch, bis in die Schulter, die sich zusammenzieht, völlig verkrampft, die linke Seite des Gesichts tut weh, bizzelt, kribbelt, wird heiß. Nacken und Hinterkopf krampfen. Das "Stahlhelm"-Gefühl umfaßt den

Dienstag, 1. Oktober 2013

!_OS: Besprechung beim Arzt & wie wichtig Calcium ist


Montag nach dem Blutergebnis hielt ich es nicht aus. Mir war wieder - naja, wie gewohnt eben. Es ging nix mehr, und so gingen wir zum Doc.
Ich hatte über's Wochenende so einige Fragen aufgeschrieben, die er mir - und ich schämte mich schon, diese (kindischen) Fragen zu stellen, denn an sich kenne ich die Antworten (oder kann sie mir denken) und wollte lediglich wohl eine Art von Beruhigung erfahren - geduldig beantwortete.
Der Arzt meinte, ich brauche nicht auf Gedeih und Verderb feste Nahrung zu mir nehmen, solange ich ausreichend trinken würde.
Meine größte Sorge an diesem Tag war ein Symptom, das sich von Freitag auf Samstag Nacht eingestellt hatte: Bizzeln im Kopf. Ich kann es kaum erklären, es fühlt sich ähnlich wie bei Migräne an, wenn man meint, es gewittert im Schädel. Aber das Bizzeln läuft von einer Seite zur anderen, von oben nach unten, kreuz und quer. Es fühlt sich an, als seien überall im Hirn Blasen, die der Reih' nach platzen und lauter neue, kleine Blasen streuen. Zwischendurch wird der Kopf wieder eng und klamm, der Stahlhelm kommt wieder, es fühlt sich an, als blubbere und brodele es die ganze Zeit im Schädel. Ein schreckliches Gefühl, das mir, gelinde ausgedrückt, furchtbare Angst gemacht hat. Vom Schmerz ganz zu schweigen, gelle...

Die Antwort darauf:
Calcium. Der Calcium-Wert sinkt, sobald die Schilddrüse entfernt wurde. Alles, was an Symptomen auftritt, wirklich rundum alles, hängt mit dem Calcium-Gehalt im Körper zusammen.
- Bizzeln im Kopp
- der Stahlhelm, der den Schädel einschließt
- innerliches Flattern (obwohl der Blutdruck normal ist!)
- Tatterigkeit - zum Beispiel beim Laufen oder Greifen
- Beine wie Gummi beim Gehen, bzw. generell das Gefühl, der Körper sei aus Gummi
- Kreislaufprobleme
- Schlaflosigkeit
- Ruhelosigkeit
- ständiges Schlappsein
- Konzentrationsschwäche
- Nervosität

... das sind alles Dinge, die im Körper hormongesteuert laufen, und sobald die SD weg ist, läuft der Körper auf Hochtouren, um das Calcium, das nicht mehr produziert wird, an all diejenigen Stellen zu transportieren, an denen es gebraucht wird. Da geht es drunter und drüber, und dann kann schon mal die eine Stelle im Körper schneller bedient werden, während dann eine andere Stelle zu kurz kommt, weil kein Calcium mehr übrig ist. Sozusagen, grob ausgedrückt.

Der Doc meinte, ich mache das schon richtig mit den Calcium-Brausetabletten. An sich brauche man die nicht*, aber es kann auf keinen Fall schaden. Und: ein zu viel gibt es nicht, denn alles was der Körper nicht braucht (naja, oder jedenfalls denkt, das er nicht braucht) geht sofort wieder raus (ab auf den Topf sozusagen ;)).

So, dann mal bis dahin! Und schön locker bleiben, nicht so wie ich! ;)

*braucht man keine extra Portion Calcium, weil der Körper es selber herstellen kann, geht aber ohne SD nicht, und da ist ein Mehr an Calcium nicht verkehrt!

Montag, 30. September 2013

!_OS: Blutabnahme & der Riesenschock


Freitag Morgen endlich zur Blutabnahme. Die Arzthelferin - eine richtig klasse, coole Frau - sagte direkt, ich solle mich mal schön lang machen. Nach der Blutabnahme ging aufeinmal die Tür auf, der Doktor kam hereinspaziert (damit hatte ich ja so gar nicht gerechnet), und sagte:
"Ich will Sie jetzt gleich noch zum Ultraschall haben, dann schauen wir da direkt auch mal nach, ja." Und er sagte das in so einem Tonfall, so besonnen und überzeugend, das ich total baff war, das er mich - da ich ja am Vortag zum ersten Mal in der Praxis aufgeschlagen war - überhaupt erkannt hatte und Interesse an dem Fall hatte und überhaupt...
Die Dame währenddessen sagte:
"So, schön langsam die Beine jetzt über die Liege schwingen, hinsetzen - ich hole mal grade etwas Wasser, und dann trinken Sie einen schönen Schluck."
Gesagt, getan. Ich saß derweilen, und muß gestehen: es ging sogar. Mir war nicht schummrig, nix.
Die coole MTFA kam herbeigeschwebt, reichte mir einen großen Becher Wasser:
"Schön kleine Schlucke jetzt, und austrinken!" Und sie zwinkerte mir zu.
Als ich dann in den Sonoraum geführt wurde, hätte ich fast meinen Pulli auf dem Stuhl liegen lassen, und die Praxislady sagte:
"Och schade, dachte, ich könnte ja mal gucken, ob der mir paßt. Naja, war wohl nix."
Ich mußte lachen. Zum ersten Mal in diesen Tagen.

Im Sonoraum lag ich gute zwanzig Minuten auf der Liege rum. Ui, nix für meinen Rücken, aber das Liegen an sich tat gut. Der Arzt ließ sich dann viel Zeit, untersuchte den Hals genau und sagte:
"Ich sehe da keinen Rest. Das sieht so aus, als wäre Ihre Schilddrüse tatsächlich komplett entfernt worden, also mitsamt der Nebenschilddrüse."
"Und das ist schlecht?"
"Das kann man so nicht genau beantworten, das ist individuell. Wir warten das Ergebnis vom Bluttest ab, dann kann ich Ihnen Genaueres mitteilen. Ich rufe Sie auf jeden Fall heute noch an, sobald das Ergebnis vorliegt. Spätestens morgen früh wird es auf alle Fälle da sein, und dann melde ich mich bei Ihnen."
Hui, dachte ich, das ist Service. Und so sollte es sein!


Zu Hause ging es - wie auch anders? - ins Bett. Der Heimweg war angenehm, kann ich nicht anders sagen. Das Laufen tat gut, die zwar kalte, recht windige Luft war herrlich einzuatmen, auch wenn mir das ein wenig schwer fiel aufgrund der Enge im Hals, die ich verspürte.
Wann immer ich mal kurz aufstehen mußte, meine Beine fühlten sich an, als sacken sie jeden Moment unter mir weg. Der Kopf war schwer und irgendwie - ja, eng. Da war wieder dieser Metallhelm, der sich stetig um den Kopf zog und immer fester zu werden schien. So hibbelte ich - schlaflos liegend - dem Anruf des Arztes entgegen. Ich konnte keine Ruhe finden, auch wenn mein Körper meinte, er wolle selbst im Liegen umfallen.

17:00 Uhr, Telefongebimmel. Und das teilte der Doc mir dann mit:
"Aufgrund dessen, das die komplette Schilddrüse entfernt wurde (mitsamt der Nebenschilddrüse), hat sich eine starke Unterfunktion entwickelt. Ihr TSH*-Wert (*Schilddrüsenhormon) liegt bei 34, und der sollte an sich bei 1-2 liegen. Das erklärt, warum Sie es immerzu mit dem Kreislauf haben, auch wenn Sie essen, weil der ganze Körper einen richtigen Kraftaufwand betreiben muß, um die Nahrung aufzunehmen und zu zerkleinern. Generell spielen jetzt Ihre Hormone total verrückt, in Ihrem Körper geht alles drunter und drüber. Alles, was sonst für Sie normal war, stuft der Körper jetzt erstmal als Gefahr ein, und dann sacken Sie weg. Nehmen Sie von den SD-Tabletten 150 µg, also eineinhalb Tabletten, wie gewohnt morgens. Trinken Sie viel, net das Sie verdorschten. Wir bleiben in Kontakt - bitte!"
Klaro, ich stellte ihm noch diese und jene Frage, aber das war im Großen und Ganzen der Kasus knaxus.
Bumm, da war es raus! Das war ein Riesenschock für mich. Allein, das der Doktor in seiner gewohnt ruhigen und freundlichen Art mit mir sprach, bei einem Satz (als er ein klitzeklein wenig Dialekt einfließen ließ) sogar ein wenig lächelte (japp, das kann man hören), ließ mich nicht komplett den Kopf verlieren. Angsthase. Ja, und zu Recht.

Bis dahin dann, liebe Leut, und versucht ebenfalls den Kopp net zu verlieren! :O)

Sonntag, 29. September 2013

!_OS: in der Hölle


Donnerstag, und da muß ich durchschnaufen. Das war dann die Hölle! Nachdem es ja den Tag zuvor einigermaßen ging, klappte ich schon wieder gegen mittag zusammen. Bett, die einzige Lösung. Diese Enge im Hals... ich hatte das Gefühl, mir wird die Kehle zugeschnürt. Mein Herz pochte zum Zerspringen, obwohl der Puls angeblich normal war. Der Kopf... ein Gefühl, als stecke er in einem zu engen Metallhelm, der stetig enger gepreßt wird.

Auch ein Anruf beim Hausarzt brachte nix, er hatte keine Erklärung dafür, und er schien mir auch nicht besonders motiviert. Das fand ich zum kotzen! Mann, ich gehe da jetzt seit 15 Jahren in die Praxis, und immer zum selben Arzt (sind insgesamt 4 Ärzte). Da sollte man doch meinen, er wollte die Lösung finden. Nüscht, keine Anregung, keine Beruhigung, keine Tipps. Gut.
Ralfi also das Internet durchforstet. Es war eine denkbar schlechte Uhrzeit, Internister anzurufen und um einen Notfall-Termin zu bitten: 13 Uhr. Die haben echt alle zu! Das nervte mich, denn das kannte ich ja von meinem Hausarzt net. Die haben von 8-20 Uhr durchgehend geöffnet, auch am Wochenende (Samstag & Sonntag) einige Stunden. Ich flatterte und zitterte mich durch den Mittag.
Endlich ging es auf die 15 Uhr zu, Praxen wieder geöffnet. Scheißdreck, dachte ich nur, als um Punkt 15 Uhr in dem einen Laden (und wir wollten ja aufgrund der Problematik extra einen Arzt haben, der hier ganz in der Nähe ist, damit ich unterwegs net noch zusammenbrech!) immer noch keiner dran ging. Aber die Webseite war sehr vielversprechend, und ich beharrte darauf, es noch weiter zu versuchen.
Endlich ging jemand ran.
"Aufnahmestopp!" sagte eine resolute Frauenstimme.
"Gut," sagte Ralfi, "dann können wir ja bei einem anderen Arzt wegen dem Notfall anrufen."
Die Dame ließ sich dann doch in Ruhe erläutern, um was es ging, und sagte:
"Sofort, wenn möglich, vorbei kommen! Sie müssen Wartezeit einkalkulieren, aber ich trag Sie schon ein."
Aha, ging doch!

Um's kurz zu machen:
Ich wurde direkt zum EKG und zum Blutdruckmessen geschickt, schön ruhig hinlegen, ganz gemütlich, und mir viel Zeit lassen. Dann ging's rein zum Doktor.
Der Arzt ist noch recht jung, grade zwo Jahre älter als ich, sehr sympathisch, groß, unheimlich ruhig, kompetent, beflissen und gewissenhaft, sehr freundlich und aufgeschlossen, hört in aller Ruhe zu und hat eine wahnsinnig beruhigende Art an sich. Mir war klar: der wird mein neuer Hausarzt, denn ihm habe ich sofort vertraut!
Er sagte, ich solle anderntags direkt morgens zur Blutabnahme kommen, und erklärte mir, das er sich erst selber ein Bild von den Blutwerten machen wolle, ehe er mir irgendwelche Ratschläge gebe, die dann nicht zuträfen, und ich ruhig bleiben solle, wenn ein Zusammenbruch droht. Ich war kaum in der Lage, großartig Fragen zu stellen.

Der Tag (Abend) zog sich tierisch in die Länge, ich konnte es kaum bis zum anderen Morgen abwarten. Gut. Das ich dann nur noch im Bett lag, brauche ich kaum erwähnen?!

Bis zur Blutabnahme dann! ;)

Samstag, 28. September 2013

!_OS: 15 Tage nach der OP



Mittwoch, der 15. Tag nach der Operation, nach dem Aufstehen - um 10 Uhr erhob ich mich aus den Federn, gerädert, um die 2-3 Stunden nur gepennt (klaro, auch wieder nur scheibchenweise) - nahm ich direkt die mir verordnete Tablette. Das wäre dann, zählte ich mit, ja schon die 2. Bestimmt geht es mir dann (viiiel) besser.
Der Tag schleppte sich so dahin, ich aß zwar mal ein Häppchen, aber der Kreislauf verabschiedete sich nach jedem Bissen. Es war eine Qual. Die Panik nistete sich in meinem Kopf ein und ich dachte noch, das kann alles einfach net wahr sein! Was hat dieser doofe Chirurg mir da nur für einen Müll verklickert, von wegen "alles wunderbar, superduper, easy peasy". Pfft!

Gegen Nachmittag rief ich meine Mutter an. Teils, weil wir uns lange nicht gesprochen hatten, teils weil auch sie vor 15 Jahren die SD entfernt bekommen hat. Und sie ist Kreislauf-Patient, wenn man's so nennen will. Ich wollte mal fragen, was sie so macht.
Naja, hinsichtlich Info hat's net so viel gebracht, aber ich gestehe, das in der Stunde, die wir gebabbelt haben, der Kopf sich ein wenig beruhigt hat.

Heißt doch: Ablenkung ist alles!

Spaßeshalber meinte Muddi: "Bis Weihnachten hast du das alles überstanden!"
Mir stockte der Atem, und ich in meinem Kopf schrie es nach Homer Simpson-Manier "neeeeiiiiiin"!
"Nein," sagte sie dann und lachte ebenso trocken, wie ihr Humor ist, "das hast du in ein paar Wochen überstanden, bis dahin pendelt sich die Dosis ein, die muß nur dann nochmal angeglichen werden."
Gut, das hiflt mir weiter. Klingt net so gut, aber auch net soo schlecht.

Des Abends kam dann die super Serie (gääähn), durch die ich mich eher schlecht als recht schleppte. Immer wieder legte ich mich in den Werbepausen (die ja reichlich gesät sind) auf die Seite, Äuglein zu, und ruhig atmen. Alles palettig, Kreislauf war okay, wenn auch nicht wirklich das, was man stabil nennen kann. Wackelig, tatterig, flatterig alles.
Nach der Serie riss es mich dann förmlich um und ich ging ins Bett. Der Tag war geschafft, wie auch immer, ich habe kaum Erinnerung daran. Ich weiß nur: ich hatte Hunger wie'd Sau, und konnte nix fressen! Zum Haareraufen, das!

Bis zum nächsten Abenteuer! ;)

Freitag, 27. September 2013

!_OS: Besuch beim Doktor


Dienstag morgen, ich hatte lediglich zwei Stunden, und das gehackstückelt, geschlafen, schob ich einen Bärenhunger. Ich ging meiner morgendlichen Tätigkeit nach, um wachzuwerden (daddeln), und dann wollte ich gemütlich was essen. Doch was war? Richtig! Der Kreislauf ging sofort runter, kaum das ich den ersten Bissen geschluckt hatte. Und ich schlinge nicht, ich kaue sorgfältig, das kann es nicht gewesen sein. Also wieder ab ins Bett.
Derweilen rief Ralfi beim Arzt an. Er schilderte in Kurzform, was vorgefallen war, sagte, das ich zwar Freitags einen Termin habe, aber es bressiere jetzt eben. Okay, dann also mal aufi, ab zum Doktor. Das ging alles nicht so, wie ich gern gehabt hätte, mein Kreislauf brauchte um die zwei Stunden, bis ich "gefahrlos" aufstehen konnte. Mir war schummrig, klaro, und ich fühlte mich ganz komisch. Kopf voll Watte, als hätte ich eine dicke Erkältung (habsch aber net).
Die Busfahrt - insgesamt sind es, mit Umsteigen etc. um die 40 Minuten - war eine Tortur, alles wackelte in mir drin, ich fühlte mich schon im Sitzen unsicher.

Der Arzt sagte mir, anhand des Befundes aus dem Krankenhaus, sei noch ein kleiner Rest der Schilddrüse stehengelassen worden. Die Blutwerte (die ja da nun auch bereits 2 Wochen als waren!) seien ganz gut, alles soweit in Butter. Er meßte Blutdruck - auch okay (120/90).
"Hm, ja," sagte der Doc dann, "das kann schon mal passieren mit dem Kreislauf. Warum beim Essen? Keine Ahnung."
Ich dachte: "Spitze, du Dödel!"
Er schrieb mir L-Tyhroxin auf, die 100er Einheit.
"Eine morgens, vor dem Frühstück."
Ich dachte: "Witzbold, wenn ich essen könnte!"
Das Einzige, bei dem ich ihm heute beipflichten konnte, war die Aussage:
"Warum sind Sie nicht schon eine Woche nach der OP gekommen? Haben Sie denn Tabletten vom Krankenhaus bekommen?"
Antwort auf die erste Frage: "Weil der Chirurg meinte, das habe auch 3-4 Wochen Zeit, das ich den Hausarzt aufsuche."
Antwort auf die zweite Frage: "Nein, nur Schmerztabletten gegen die Schluckbeschwerden."
"Tja, Chirurgen, die leben in ihrer eigenen Welt," sagte der Arzt.
Gut, dann wäre das auch geklärt.
"Nehmen Sie heute direkt noch eine Tablette, wenn Sie zu Hause sind."
"Okay."
"In ungefähr 2-4 Wochen pendelt sich das ein mit den Tabletten. Wenn es nicht geht oder es Ihnen weiterhin schlecht geht, dann schauen wir mal weiter."
Aha. Gut das wir drüber gesprochen haben. :P

Es ging nicht, auch nicht als wir daheim waren. Ich warf, kaum zur Tür drinnen, eine Tablette ein. Insgeheim hoffte ich, es möge ein Wunderpillchen sein. Naiv, ich weiß. :( Ich konnte nicht richtig essen, auch nicht langsam, ohne das mein Kreislauf runter ging. Jedesmal das selbe Spielchen: schwupps, ich muß weg, sagte der Kreislauf, und ich legte mich ins Bett. Dort verbrachte ich dann ab spätem Nachmittag bis zum Morgen meine wackelige Zeit, während sich mein Kopf vor Sorge und Angst drehte.

Bis zum nächsten Mal! Arme hoch! ;)


Tipp: wackelig auf den Beinen oder schummeriges Gefühl, direkt hinlegen, mal die Ärmchen über den Kopf und durchatmen. Nichts überstürzen, liegen bleiben, auch wenn man meint, es gehe schon wieder! Langsam gehen, um den Kreislauf nicht direkt wieder hoch zu pushen. Auch beim Aufsetzen drauf achten: immer halblang machen, egal wie fit ihr euch im Liegen auch fühlen mögt!

Mittwoch, 25. September 2013

!_OS: Kreislaufzusammenbruch während des Essens



Montag vor einer Woche, exakt 13 Tage nach der Schilddrüsen-OP, habe ich mich des Mittags abgelegt, da ich hundemüde war. Als ich gegen 16 Uhr wieder aufgestanden bin, hatte ich richtig großen Hunger. Das kommt schon mal vor, ich bin ein sehr spärlicher Esser und schiebe die Mahlzeiten auch immer mal vor mir her. Und auch an diesem Tag gab es erst noch allerlei andere Dinge, die ich zu erledigen hatte. Als ich mich gegen 17:30 Uhr dann endlich über mein Essen hermachte, wurde mir nach fünf kleinen Bissen so schummrig, so seltsam, das ich mich zurücklehnte und Pizza Pizza sein ließ. Doch nach kurzer Zeit - möglicherweise ein, zwei Minuten - klappte mein Kreislauf komplett zusammen. Mir wurde weiß vor Augen, das Piepsen in meinen Ohren wurde furchtbar laut, ich begann zu zittern, kalter Schweiß, kalte Hände... Ralfi brachte mich ins Schlafzimmer, alleine konnte ich nicht gehen. Herzklopfen. Atemnot. Panik. Ich dachte, jetzt sterbe ich. Ich sterbe.
Ralfi legte ein Kissen unter meine Beine, sagte, ich sollte die Arme über den Kopf nehmen. Ruhig atmen ist wichtig in diesem Moment, hörte ich irgendwie, wie durch Watte. Er fühlte meinen Puls - normal. Herzschlag - normal. Kann nicht sein! Alles in mir flatterte und zitterte, bebte.

Der Zustand hielt knapp fünf Minuten an, dann ging es mir wieder besser. Ich blieb um die halbe Stunde liegen. Der Hunger trieb mich aus dem Bett. Doch kaum - nachdem ich ca. 10 Minuten still gesessen hatte - biss ich zum ersten Mal wieder ab, geschah erneut das selbe: Kreislauf brach zusammen, beim Essen! Das war gegen 19:20 Uhr (ich weiß es so genau, weil es um halb acht abends einen eineinhalbstündigen Stromausfall in der Innenstadt gab).
Ralfi brachte mich wieder ins Bett, und dort blieb ich. Ich lag ca. 30 Minuten still auf dem Rücken, während mir eiskalt wurde, immer kälter, das ich dachte, ich bekäme Schüttelfrost. Ich versuchte, mich auf die Atmung zu konzentrieren, aber die Panik hatte mich fest im Griff. Der Umstand, das jetzt, während des Stromausfalls, kein Telefon ging, wir also keinen Notarzt bzw. meinen bis 20 Uhr erreichbaren Hausarzt anrufen konnten, verschlimmerte die Situation. Heißt: die Angst sitzt im Kopf! Nix Neues, weiß ich. Und ehrlich gesagt hilft das in diesem Moment so gar nicht.
Nach besagter halber Stunde drehte ich mich langsam und vorsichtig auf die rechte Seite. Ralfi - seinerzeit Oberbrandmeister bei der Feuerwehr und ausgebildet in 1. Hilfe - sagte mir, das sei die stabile Seitenlage: Das obere Bein (liegt man auf der rechten Seite, das linke Bein) etwas erhöht legen, leicht abwinkeln. Das rechte, untere Bein, gerade ausstrecken, aber nicht zu sehr durchstrecken, sonst können Krämpfe entstehen. Den linken Arm auf den Rücken abwinkeln, den rechten Arm unter den Kopf abwinkeln. Kopf leicht erhöht legen, nicht zu hoch.

Erst gegen halb zehn abends stand ich wieder auf, fühlte mich an sich normal, nur eben wackelig auf den Beinen, irgendwie... anders. Ich dachte, das ich mich einfach überanstrengt habe, kann ja alles mal passieren, und das Ganze würde sich spätestens am nächsten Tag wieder legen. Pustekuchen! Doch das im nächsten Beitrag.

Bis dahin alles Gute!

P.S.: bei der stabilen Seitenlage muß der Kopf unbedingt leicht (!) erhöht liegen! Liegt er zu flach oder zu weit nach hinten gestreckt, besteht die Gefahr des Verschluckens. Ebenso ist bei zu hohem Liegen des Kopfes eine ruhige Atmung nicht unbedingt gewährleistet. Achtet darauf, wenn ihr euch hinlegt, um den Kreislauf zu stabilisieren, das der Kopf die richtige Position hat.

Tipp: beim Gefühl, das der Hals "eng" wird: Arme über den Kopf, durch den Mund ruhig ein- und ausatmen. Hilft auch, wenn man zwischendurch ein kurzes Gefühl der Beklemmung hat.

!_OS: was ist !_OS überhaupt und wieso, weshalb, warum...

!_OS? Hä? Was das denn? Zur Erklärung bzw. Einführung in den neuen Menüpunkt meines Blogs, möchte ich euch erläutern, was es damit auf sich hat.
!_OS ist keine geheime Parole, sondern bedeutet "Leben ohne Schilddrüse". Knapp zehn Tage nach meiner Operation ist eine Problematik aufgetreten, wie sie kein Einzelfall sein wird, doch auf meiner verzweifelten Suche durch's Internet bin ich auf zwar auf eine ähnliche, aber nicht exakte Problematik gestoßen, die mir somit nicht weiterhelfen konnte. Mit meiner Selbsbeobachtung und dem, was ich unternehme, auch was ich durch Ärzte erfahren habe (und durch andere Betroffene), möchte ich denen unter euch helfen, die sich dieser oder einer sehr ähnlichen Situation ausgesetzt sehen! Ich habe in der vergangenen Woche das Gefühl sehr gut kennengelernt, alleine zu sein, auch wenn man es gar nicht ist, doch in Momenten, in denen der Körper versagt, in denen man meint, das letzte Stündlein habe einem geschlagen, ist man panisch und verzweifelt und fühlt sich von allen verlassen. Mit meinen kleinen Tipps und Ratschlägen, Vorschlägen oder Präventivmaßnahmen, mit meinen Beobachtungen an mir selber (jepp, mein eigenes Versuchsmeerschweinchen^^) und all dem, was mir im Kopf dabei so rum geht, möchte ich euch ein wenig Mut geben, euch aufmuntern, beruhigen und vor allem euch vermitteln, das ihr nicht alleine seid, auch wenn wir uns ja jetzt net wirklich persönlich kennen. ;)

Ich möchte natürlich von vorne beginnen, wie es zu all dem kam, doch da ich weiß, wenn einen die Angst packt und man nach schnellen Antworten sucht, hat man weder Zeit noch Muße, sich durch seitenlange Erklärungen zu lesen. Deshalb werde ich diese Einleitung hier in meinem neuen Logo verlinken, für all diejenigen, die wissen wollen, um was es eigentlich geht. Meine künftigen Artikel - diejenigen mit Tipps, Beobachtungen etc. - werden lediglich mit der neuen Abkürzung      !_OS übertitelt sein, und ich werde sie so kurz und prägnant halten als möglich, um Betroffenen (und Angehörigen von Betroffenen, denn auch das halte ich für sehr wichtig) einen guten Überblick zu verschaffen.

Dann mal auf gutes Gelingen! :O)

Eure Soda.


Mittwoch, 11. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil VI: ab nach Hause?

Gegen sechs Uhr - boah, voll meine Uhrzeit! - wurde ich wach. Es war nicht so, das ich komplett von zwölf nachts bis jetzt durchgepennt hätte, nein. Ich war zwei Mal nachts aufgewacht, hatte mich unter einigem Kraftaufwand (wegen steifem Nacken-/Schulterbereich) auf die andere Seite gehievt, und dann doch recht ruhig, fest und tief geschlafen. Wen wundert's? Um besagte Uhrzeit fühlte ich die Lebensgeister in mir erwachen. Ich ging duschen. Das Duschgel, wenn auch ein wenig penetrant zwar, roch herrlich nach den chemischen Ingredenzien von Honig und Milch. Wohltuender Duft, angesichts des sonst eher sterilen Aromas, das in der Luft hing. Nun wollte ich nur noch eines: lesen! Während ich vertieft und völlig verzückt weiter der Geschichte um den

Dienstag, 10. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil V: der Tag danach

Ich war morgens nicht wirklich fit, klaro, wenn man jede Stunde wach wird. Oft wurde ich wach, weil ich meine Hand, die selbstverfreilich aus dem Bett hinaushing - und das ist eine unangenehme Sache, denn von so einem abgeknickten Handgelenk ist es meistens am anderen Tag immer steif (Athrose läßt grüßen) - und sobald ich die Hand ins Bett ziehen und unter das Kissen stecken wollte, blieb ich an der Kanüle hängen, die mein linkes Handgelenk schmückte. Aber auch das Umdrehen im Bett bereitete mir große Probleme, ich stöhnte jedesmal vor Schmerz. Der Nacken-/Schulterbereich war steif und starr, und schmerzte mit einer kaum gekannten Intensität. Zu gerne hätte ich mit dem Nacken geknackt, ihn gerollt - wie ich es gewohnterweise immer mache -, aber die Narbe unterhalb des Halses war mir nicht geheuer. Noch befand sich ein Verband darüber. Dieser sollte weichen, kaum das mir gegen kurz nach acht der Chirurg persönlich auf meinem Zimmer Besuch abstattete.
"Na, wie geht es Ihnen? Der Verband kommt jetzt ab -"

Montag, 9. September 2013

ab ins Krankenhaus - Teil IV: nach der OP/die Nacht

Es muß gegen halb eins/eins rum gewesen sein, als mir die Lichter ausgegangen sind. Als sich das nächste Mal eine Uhr in mein Blickfeld schob, war es bereits 17 Uhr. Und das einzige, an das ich beim Aufwachen denken konnte, war: ich muß auf's Klo! Ich sah mich ein wenig verwirrt um, lag ich doch auf dem Rücken in meinem Bett, hatte schreckliche Schmerzen im Nacken-/Schulterbereich (viel schlimmer natürlich noch, als sonst die Schmerzen, die ich in diesem Bereich leidlicher Weise zu haben pflege) und fragte mich, wieso ich, wenn ich tatsächlich seit sechs Uhr in der Früh nichts mehr zu trinken bekommen hatte, so dringend pieseln mußte. Ich versuchte matt und schwach ein Zeichen von mir zu geben. Die Schwester, die links zu meiner Seite am Schreibtisch saß, bemerkte das krächzende Geräusch meiner Kehle augenblicklich und trat an mein Bett heran, sanft lächelnd, als sehe sie auf ihr in der Wiege liegendes Kindlein hinab.
"Kann ich etwas für Sie tun?" fragte sie behutsam und leise.

Sonntag, 8. September 2013

ab ins Krankhaus - Teil lll: der Tag der OP

Wir kamen gegen zwanzig nach acht im Krankenhaus an. Die Station, auf die ich mich umgehend begeben sollte, konnte selbst ich mir in dem katakombischen Wirrwarr der Gänge dieses Hospitals merken: ab in den Aufzug im Hauptgebäude (wie sie hier zu sagen pflegten), hoch in den 6. Stock, zur Anmeldung, da. Die schwäbische Stationsmutter erwartete mich bereits, schon wieder mit diesem warmen Lächeln auf den Lippen, der strahlenden Freundlichkeit in den Augen und einem rundum entspannten Gesichtsausdruck. Sie sagte einem von den beiden am Tresen lehnenden Pflegern, wer ich bin, wies mir ein Zimmer zu, und der Pfleger begleitete uns. Wortkarg war er, und sah gar nicht so freundlich aus, wie ich es gerne gehabt hätte. Er überreichte mir mit einer eher zackigen, militärischen Geste die Thrombose-Strümpfe, einen schicken Kittel, den man hinten zubinden kann, und ein Netz-Dingens, das er als Unterhose bezeichnete: