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Mittwoch, 14. März 2012

Die Woche der Brüderlichkeit

Lange habe ich nachgedacht, was mein bescheidener Beitrag zur 'Woche der Brüderlichkeit' sein könnte.
Die Begegnung, ja die Aussöhnung könnte man sagen, zwischen Juden und Christen, stellt diese 'Woche der Brüderlichkeit' dar. Doch mit wem soll ich mich aussöhnen? Zur Zeit des 2. Weltkrieges waren selbst meine Eltern kleine Kinder, und auch meine Großeltern haben keiner nationalsozialistischen Vereinigung angehört. Ich selber kenne persönlich auch keine Juden - jedenfalls nicht, das ich es wüßte.
Und dann ist mir eingefallen, das es genau darum geht: ist es denn wichtig, welcher Religionsgemeinschaft jemand anderes angehört? Das Christentum selber ist noch sehr jung, der Protestantismus ist im Angesicht der Zeit kaum erwähnenswert.

Ich möchte hier nicht ausbreiten, was Christen und Juden unterscheidet oder was sie vereint. Toleranz und Akzeptanz sind das, was gefördert werden muß, was man selber üben und ausüben muß, um Vorurteilen und Hass den Boden unter den Füßen zu nehmen. Als ich heute die jüdischen Gedenkstätten besuchte, übermannte mich ein Gefühl von tiefer Traurigkeit und grenzenlosem Respekt den Verstorbenen gegenüber. All die vielen Menschen, denen man das Wichtigste genommen hat, was ein Mensch nur haben kann, das Recht auf Leben und die Würde, das erfüllte mich mit tiefer Trauer. Und doch lebt in mir auch die Hoffnung, das soetwas nie mehr möglich sein darf, nie mehr geschehen darf.

Brüderlichkeit bedeutet, miteinander zu gehen, zueinander zu stehen, 
einfach den anderen so zu nehmen, wie er ist: 
mit allen Macken, allen Kanten und Ecken, 
mit seinem Glauben. 
Denn ein Mensch ist ein Mensch.










Mein Weg führte mich auch zu einem anderen Denkmal, das sich am Geschwister-Stock-Platz befindet. Bis 1995 hieß dieser Platz "Cecilienplatz", doch stellvertretend für alle Opfer der Nationalsozialisten in Wiesbaden wurde er nach Josef (*1934, 1942 im KZ Sobibor ) und Rosel Stock (*1937, 1942 im KZ Sobibor) benannt.












Das Mahnmal symbolisiert die Sinti und Roma, Männer, Frauen und Kinder, die unter einer großen Last zu leiden hatten, erdrückt, vertrieben und ermordet wurden.



















Schließlich erreichte ich die Gedenkstätte am Schlachthof. In den Einfassungen für die Bäume sind Inschriften eingemeißelt, in unterschiedlichen Schriftarten. Man muß dort um jeden Block herum laufen, um den ganzen Text lesen zu können. All diese Texte zeugen von Angst und Trauer, von Verzweiflung, aber auch von Liebe. Das geht tief unter die Haut und berührt einen auf eine unbekannte Art, denn all diese Menschen, die so viel Leid erleiden mußten sind schon lange tot, doch der Schmerz ist so präsent, der aus all diesen Sätzen spricht, so nah das grausame Schicksal, das an diesen Menschen begangen wurde.






"Mit diesen wenigen Zeilen wollen ich und meine Frau Abschied nehmen für immer"


Klick Bilder zum Vergrößern! :)

Kommentare:

  1. Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Guten Morgen, Soda :)
    Schöne Fotos. Hab sie mir gleich erst mal alle groß geklickt. Das vierte, etwas Schräge, auf dem die Steinstruktur so schön heraus sticht gefällt mir am besten und dann die Blumenkübel mit der Seitenbeschriftung, weil diese Art von Denkmal einfach eine tolle Idee ist.
    Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
    Dass du dein Label auch so deutlich mitten aufs Foto setzt finde ich gut, zum einen willst du ja nicht bestohlen werden, zum anderen weil ich ziemlich oft darauf angesprochen / angemäkelt werde, dass ein so riesengroßes Label nicht schön sei. *augenroll* Aber ich bin nun mal kein kostenloser Foto-Dienstleister, sondern Bloggerin und wenn man sich mal ansieht, wie Stock-Fotos gelabelt werden, sind unsere Labels definitiv harmlos. *lach*
    Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
    Vielen Dank für deinen Kommentar, über den ich mich riesig gefreut habe.
    Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
    Und noch kurz zum Tag: Ich bekomme auch selten so etwas, bisher zum zweiten mal. Beide fand ich gut, weil bei jeder Weitergabe die Bloggerin ihre Fantasie einbringen kann. Ich versuche dabei etwas darauf zu achten, ob so ein Tag überhaupt in den Blog reinpasst. Bei einigen wäre es ein Bruch und es gibt auch Leute, die so etwas ablehnen. Ich sehe es auch immer als Möglichkeit, mich zu verlinken. Daher auch mein anderer Blog, obwohl ich den Tag dort nicht nochmal aufnehmen werde, denn da passt er schon wegen des Themas Musik überhaupt nicht rein.
    Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ
    Eine guten Start in den Donnerstag wünsche ich dir
    ,•’„.’ •,•’„.’•,
    ’•, ’ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ. •’
    …..`’•,, liche Grüße
    Wieczorama =^.^= Mein Fotoblog

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    1. Fehler: Das Thema für meinen anderen Blog wäre Freiheit und würde im weitesten Sinne schon passen, aber i-wie passt es mir für dort trzd nicht so ganz.

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    2. Ja, ich muß sagen, dieses Denkmal gefällt mir auch sehr gut. Die Bäume, die das Leben symbolisieren, und beschrifteten Steinkübel, die wie eine Einpferchung wirken - dazu die große, bemalte Mauer mit der Tür, durch die man selber auch hindurchgehen kann... eines der wenigen Denk- oder eher Mahnmäler, die ich wirklich auch als solches empfinde. Hier lebt wirklich die Erinnerung, das ist toll gemacht - und bringt einen sehr zum Nachdenken...

      Also Wasserzeichen, das muß schon sein! :) Wie Du schon richtig sagst, man will ja seine Bilder net ständig überall geklaut sehen! Ich gebe Dir völlig recht, bei einigen Bildern im Netz sieht man vor lauter Labels das Motiv net mehr! :D

      Dir auch einen schönen Tag & liebe Grüße!

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  2. wahnsinn, wie sehr solche Bilder einen berühren können, hast du wunderschön gemacht Soda

    liebe Grüsse Eisi

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    1. Das ist wohl wahr. Das geht echt unter die Haut!

      Bussi für Dich, liebe Eisi!

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  3. Was Soll man dazu Schreiben?
    Es ist Super geschrieben die Bilder sind auch sehr gut !
    Weiter so machen Bitte

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