Herzlich Willkommen bei Soda.s Wor(l)d! :O)

Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Donnerstag, 1. März 2012

um der Liebe Willen... // Kompromisse

Um der Liebe Willen sollte man Kompromisse eingehen. Das ist es allemal wert. Ich habe das erst lernen müssen. Ich habe in der Vergangenheit viele Fehler begangen, auf die ich weder stolz bin, noch die ich jemals wiederholen möchte. Aber ich bin froh, das das alles geschehen ist, so schlimm, so furchtbar vieles davon war. Denn nur so konnte ich zu dem Menschen werden, der jetzt von der Person geliebt wird, die mir mehr als alles auf der Welt bedeutet.

Ich war nie ein Ja-Sager. Schon früh habe ich selbständig denken gelernt und nicht alles, was man mir gesagt hat, als gegeben hingenommen. Ich habe immerzu hinterfragt und in mich hineingehört - schon als Kind.
Manchmal habe ich mich fügen müssen, auch wenn ich etwas anderes gewollt hätte - wer kennt das nicht? Da werden Entscheidungen getroffen, die man nicht beeinflussen kann, man muß das akzeptieren. Doch wenn man erwachsen ist, auf sich gestellt, kann man schalten und walten wie man möchte.
 In einer Beziehung führt das natürlich zu Reibereien, wenn jeder stur seinen Kopf durchsetzen will. Klar. Und so groß die "Liebe" anfangs sein mag, so schnell schwindet das Gefühl auch, wenn man meint, immer zurückzustecken. Ich brauche niemandem erzählen, das das nicht lange gut gehen kann - entweder bricht die Beziehung auseinander, oder man selber. Ich habe immer den Absprung gerade rechtzeitig geschafft - allerdings (zurückblickend weiß ich das nun) immer im letzten Moment und immer in Tiefphasen, zu einem Zeitpunkt als ich dachte, weiter runter ginge es nicht. Aufgerappelt habe ich mich immer schnell. Denn die Erkenntnis, die ich letztendlich nach diesen gescheiterten Beziehungen hatte, war klar und deutlich: ich habe es nicht anders haben wollen, ich wollte, das diese Beziehung auseinander geht - um meiner selbst Willen, um gesund werden zu können, von den Depressionen und Seelenqualen befreit zu werden.
So ist es auch stets gewesen.
Der gewalttätige Ehemann, der immerzu nur noch besoffen war und mit dem Auto so schnell raste, das ich weinend nebendran gesessen bin... sicher habe ich mich gewehrt. Ich habe zurück geschlagen, auch wenn ich wußte, das dies nicht der Weg ist - nicht mein Weg. Die Scham überkommt mich manchmal, in stillen Momenten, wenn ich glaube, das alles sei schon sehr lange sehr fern von mir. Ich erkenne mich nicht wieder, nicht so wie ich damals agiert habe. REagiert habe. Ich war froh, nein, ich war glücklich, DAS es zuende war. Ich war nicht glücklich darüber, das es SO geendet ist. Zu all dem Leid, das in dieser Beziehung steckte, den Schlägen und dem Suff, dem Geschrei und dem offensichtlichen Hass, kam die Demütigung, durch eine andere, eine "bessere" ersetzt worden zu sein. Eine Brücke, wieder einmal, war ich wohl nur. Ich trauere dem keinen Moment nach, aber weh getan hat es damals schon.
Dann die Begegnung mit einem Typen, bei dem ich nach kurzer Zeit schon wußte, das ist nix. Ich habe ihn nicht geliebt, und ich weiß, das der andere das irgendwie fühlen kann. Das Unterbewußtsein spielt eine große Rolle dabei - unleidlich, geradezu widerlich empfand ich diese Person, und so kam es das ich fast mein Leben hätte lassen müssen... wäre ich zu diesem Zeitpunkt zu Hause gewesen... so bin ich davon gekommen, mit unendlichen Seelenqualen und gebrochen. Und ab ging es in die nächste "Beziehung". Der Cousin, der mich aufnahm, den ich als meinen Retter sah, der diese schlimme Zeit an meiner Seite verweilte - unter Psychopharmaka und Alkoholeinfluss stand er Tag für Tag, und ich dachte, das sei nur eine Phase. War es auch, dann zeigte er sein wahres Gesicht, und das war nicht schön. Auch hier kam wieder die Gewalt ins Spiel, aber noch viel, viel schlimmer als ich es vorher schon habe erfahren müssen.
Und als ich dachte, ich zerbreche endgültig, schaffte ich den Absprung in mein eigenes Leben. Frei. Keine Fesseln, keine Ketten, kein goldener Käfig mehr. Ich allein in meiner eigenen Wohnung, ohne Regeln, ohne Einschränkungen, ohne die ständige Überwachung meiner Gedanken und Gefühle. Ruhe kehrte in mir ein und das Lachen kam zurück.

Ich "entledigte" mich meines nächsten Problems: meinem "Freund". Ein halbes Jahr lang schnorrte er sich täglich bei mir durch. Er wohnte hier nicht, er campierte. Und er kiffte mir die Bude zu (ich kiffte nicht mit, ich verabscheue es!) - und ich schmiss ihn raus. Dann kam die große Stille. Ich war allein, ein völlig neues Gefühl. Jahrelang war ich immer mit jemandem zusammen gewesen. Nach dem Auszug aus dem väterlichen Haus direkt mit jemandem zusammengezogen - und dann (fast übergangslos) nie alleine gelebt. Sicher, hier mal einige Monate, da mal ein Jahr. Zwei Mal in meinem Leben. Bis ich hierher kam. In diese Wohnung.
 Ich eignete mir "Rituale" an, die mir das Gefühl gaben, nicht ganz allein zu sein. Und dann entdeckte ich eines schönes Tages das "wkw". Die Welt des Internets stand mir plötzlich offen, ich konnte, ohne vor die Tür gehen zu müssen, Kontakte knüpfen - und dem frönte ich. Die Nächte wurden zum Tag, der Tag zur Nacht, doch meistens nur einige wenige Stunden verbrachte ich im Bett. Und so lernte ich - daran hätte ich niemals geglaubt! - im Internet einen Mann kennen. Einen der was taugte. Nicht einer, der nur mal eine Bettgeschichte haben will...
 Und dieser Mann ist seit fast vier Jahren nun an meiner Seite.

Die Liebe, die ich früher gespürt habe, war keine wahre Liebe. Ich weiß nun, was wahre Liebe ist. Ich habe den Egoismus abgelegt, es gibt kein "ich" mehr. Und dennoch muß ich nicht darauf verzichten, ich selber zu sein. Im Gegenteil. Denn dieser Mensch, den ich über alles liebe, will mich so, wie ich bin. Ich muß mich nicht verstellen, ich muß nicht lügen, ich muß meine Angst nicht verstecken, mich nicht verstecken. Ich lebe seit der Zeit, als er alles für mich hinter sich gelassen hat, ohne Angst davor, das es Streit gibt, das man aneinandereckt, das der Alltag zum Horror wird - all das, was vorher "normal" für mich war, gibt es nicht mehr. Sicher kam das nicht von jetzt auf gleich, ich mußte lernen, das dieser Mann einfach anders ist als die anderen zuvor. Das es nicht normal und alltäglich und gleichgültig ist, jemanden zu schlagen oder anzuschreien.
 Dieser Mensch hat mir gezeigt, was Liebe heißt und was Liebe mit sich bringt. Und auf etwas verzichten, Abstriche machen, Kompromisse eingehen fällt so leicht - denn ich mache es gerne! Ich weiß, das dieser Mann für mich alles tun würde, damit ich glücklich bin. Und erst durch ihn habe ich gelernt, das man, wenn man aufrichtig liebt, gar nicht darüber nachdenkt, nicht abwägt, ob man selber auf etwas verzichten muß, wenn man dem anderen einen Gefallen tut. Denn es spielt keine Rolle - ich bin glücklich, wenn er glücklich ist, denn sein Glück ist mein Glück. Geben und Nehmen.

Ich danke ihm von ganzem Herzen für all die Liebe, die er mir schenkt! War das früher nur ein Spruch "mit dir will ich alt werden", so hat dieser Satz eine völlig neue, reale Bedeutung für mich bekommen. Denn ich freue mich wirklich wahnsinnig darauf, den Rest meines Lebens an seiner Seite verbringen zu dürfen!

1 Kommentar:

  1. Schön Geschrieben :-)
    Oh es waren schon 50Personen auf deinem Blog heute!
    Wenn die Hälfte auch gelesen hat war das gut ;-)

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