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Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Freitag, 2. Dezember 2011

Über den Wassern schweben


Autor: Ragnar Hovland
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2001

Einen Mittzwanzigjähriger zieht es vom verschlafenen norwegischen Land hinaus in die Stadt Bergen. Die erste Person, auf die er in der Stadt trifft, ist Munk, ein selbsternannter Rebell, überzeugter Kommunist, alkoholanalytischer Therapeut, selbstbetitelter Arzt, Priester, Globetrotter und Ratgeber für alle Lebenslagen. Die Wege des jungen Mannes und Munks kreuzen sich von nun an öfters - manchmal zufällig, meistens
beabsichtigt. Man fährt zusammen übers Wochenende hinaus auf eine Hütte, in der man den Geist des toten Onkels trifft (der nicht weiß, das er tot ist); man organisiert eine Revolte gegen die Oberschicht; man feiert Trinkgelage, die als Parteisitzung ausgegeben werden... es ist immer was los in Bergen.
Natürlich läuft einem hier auch die Große Liebe über die Füße, die Inger in der alten Heimat vergessen macht. Liebesleid und Herzschmerz werden mit zahllosen Weinflaschen zelebriert und auch der Job, der neben dem aufgeschobenen Studium läuft, kommt nicht zu kurz.
Auch trifft man auf Waglen, einen alten Klassenkameraden, vor dem man sich immer gefürchtet hat, und der natürlich seinen Weg findet - in den Knast. Doch ein Fluchtplan muß her, denn bald schon steht das große Battle of the Bands an, an dem natürlich auch Munks Band beteiligt ist - und Waglen soll den Drummer geben...

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Mit lockerem Wortwitz und teilweise überraschend poetischen Anwandlungen wird hier die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der zu sich selbst finden will. Alles ist offen, und der junge Mensch möchte seinen Weg in einer Gesellschaft finden, die zunehmend vom Kommerz und der Oberflächlichkeit geleitet wird. Die in den Siebzigern angesiedelte Geschichte bringt einem warmherzig nahe, wie die Leute damals drauf waren, und wie die Jugend gegen die scheinbare Gleichgültigkeit des Erwachsenseins aufmuckten.

Obwohl sich in diesem Buch ständig gegen das System aufgelehnt wird, ist die Geschichte doch weitgehend unpolitisch. Es ist die einfache Geschichte eines jungen Mannes, der immer wieder mitmischt und dabei eigentlich nur eines im Kopf hat: Leben. Hier wird nichts ernst genommen außer der Liebe, und auch die ist manchmal zum Schreien komisch.

Eine leichte Lektüre gegen die Langweile zwischendurch. Und obwohl es scheint, das diese Geschichte, ungezwungen wie sie daher kommt, nur an der Oberfläche kratzt, so geht sie doch tiefer, als es auf den ersten Blick scheint. Denn der junge Mann hat etwas, das viele Menschen nicht (mehr) besitzen: den Glauben an sich selbst. Er ist sich selbst gegenüber immer treu und stellt keine Erwartungen an die Dinge. Er nimmt das Leben, wie es kommt. Auch wenn das manchmal ein wenig heftig erscheint...


1 Kommentar:

  1. Das hört sich gut an! Werde ich vielleicht auch mal lesen, habe aber noch so viele andere ungelesene Bücher hier.
    Und danke für Deinen Kommentar bei Einstellungen. Du hast ja im Grunde genommen recht, aber irgendwie kommt mir meine Unzufriedenheit über mich und mein privates Leben oft dazwischen und dann sind die anderen Dinge umso wichtiger. Ist wahrscheinlich nicht zu verstehen.
    Schokolade ist hinter den Türen nicht, die müsste ich mir selbst dahin legen ;-)

    LG Biene

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