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Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Mittwoch, 7. Dezember 2011

neues Buch begonnen

Am Montag habe ich ein neues Buch begonnen - naja, das Buch selber ist nicht mehr neu... :D Was soll ich sagen? Ich habe eben die Dame, die es geschrieben hat, geglubscht. In ihrem 83jährigen Leben hat sie insgesamt 208 Bücher geschrieben... das sagt eine Menge über die Qualität ihrer Geschichten aus. Ich habe mir auch nie zuvor ein Buch dieser Art zu Gemüte geführt - und werde es nach Beendigung eben dieses auch nie mehr machen! Grauenhaft! Diese überkitschige, vor Schmalz und Schnulz triefende Schreibweise ist einfach nur eine Beleidigung eines jeden belesenen Verstandes!


Es handelt sich um "Ich darf dich nicht lieben" von Hedwig Courths-Mahler. Die Frau lebte von 1867-1950. Das an sich sagt nicht sehr viel aus, habe ich Werke von Dichtern und Schreiberlingen gelesen, die sehr viel früher geboren bzw. verstorben waren. Um wiki zu zitieren: "... Ihre Liebesromane gelten als Synonym für sentimentale Trivialliteratur... " Das trifft den Nagel auf den Kopf! Ich habe niemals zuvor ein Buch gelesen, das mir so zuwider war wie dieses! Nein nein, nicht das es um das Thema Liebe geht schreckt mich ab! Die immer wiederkehrende, stellenweise monoton wirkende Wortwahl ist einfach ermüdend. Auch die endlosen Dialoge wirken nicht gerade innovativ oder krativ auf mich. Es ist, als würde das ganze Buch über nur gelabert. Anders kann man es kaum nennen. Blablablablablablablablubberblabla... Das geht nun über 80 Seiten schon so... Ich denke, es wird nicht besser werden! ;)

Um das mal zu verdeutlichen, schreibe ich hier ein paar Sätze nieder, damit geneigter Leser sehen kann, wie es in dem besagten (oder eher: beschriebenen) Buch zugeht:

(Zwei Bekannte sitzen im Kurpark auf einer leicht versteckten Bank und unterhalten sich.)
"...
"Das kann ich verstehen."
"Still, Baron - keine Kompimente! werner von Larsen ist ein kluger, feinsinniger Mensch, und wenn wir uns unterhalten, profitiere ich mindestens soviel wie er."
"Dann muss er ein vortrefflicher Gesellschafter sein."
"Sie sind unverbesserlich."
"Schelten Sie nicht! Die strafende Miene kleidet Sie nicht. Erzählen Sie mir lieber etwas von Olly Larsen."
"Gern. Also sie ist hübscher und interessanter, als sie es bei ihrem Reichtum nötig hätte. Klug ist sie auch und besitzt viel Takt und guten Geschmack - außerdem die wundervollsten Perlen, die ich je gesehen habe. Im übrigen weiß sie genau, was sie will."
"Hm! Und das ist alles, was Sie mir über sie sagen wollen?"
"Soll ich ausführlicher werden?"
"Wenn ich bitten darf."
Schön. Aber weitere Details liefere ich nur unter strengster Diskretion."
"Die ich Ihnen selbstverständlich zusichere, und um die ich ebenfalls in der ganzen Angelegenheit bitte, verehrteste Freundin."
Die beiden nickten sich zu. Sie wußten, daß sie einander vertrauen konnten.
"Also hören Sie weiter, Baron. Olly von Larsen ist stets von einer Anzahl Kavalieren umgeben, die sich einander ziemlich heftig den Rang streitig machen, und für die sie ein unbeschreibliches Lächeln hat, das beweist, wie richtig sie solche Bemühungen einschätzt. Sie ist für eine junge Dame auffalend kühl und illusionslos und machte mir gegenüber keinen Hehl daraus, daß sie sich eines Tages einen Mann aussuchen wird, der ihr für ihren Reichtum einen Titel und einen guten, alten Namen bietet..."
..."

Blubberblablabla. Das geht die ganze Zeit so. Ich glaube auf den bisher 84 gelesenen Seiten ist (zusammengefaß  t) eine Seite, in der nicht gelabert wird. Und das stellenweise unfreiwillig komische daran ist, das die Charaktere sich untereinander immer aufs Genaueste beschreiben. Sätze wie "sie ist soundso, weil dies und das, und deswegen ist sie eben soundso und soundso..." sind Gang und Gäbe und kommen alle Ritt lang vor. Boah, nerv! :P Sicher, zu Lebzeiten der Schriftstellerin war es durchaus normal, das Titel gegen Geld geheiratet wurde. Aber die Schreibweise der Dame ist einfach peinlich. Ich habe soetwas noch nie gelesen - wie schon erwähnt - und es ist eine Beleidigung für alle ernsthaften Schreiber, das diese Dame sich "Schriftstellerin" schimpfte.

Ich rege mich nicht wirklich darüber auf. Warum ich das Buch überhaupt gekauft habe? Ich habe mal einen Roman gelesen, der einen ähnlich kitschigen Titel hatte - ein überaus interessantes und tiefsinniges Buch* (über die Beziehung Lord Byrons zu seiner Schwester). Und da ich seit sehr vielen Jahren fast nur noch Remmitenden kaufe, dachte ich, es verberge sich vielleicht auch hier ein literarisches Juwel hinter diesem schnulztriefenden Titel. Leider nein - der Titel hält, was er verspricht, könnte man sagen! :D Ich hoffe, ich bin schnell durch mit dem "Ding", denn ein wirkliches Buch kann man das nicht nennen. Mir ist dieses Schandwerk so peinlich, das ich den Bucheinband verberge, wenn ich im Bus sitze... ;) Ist ein Ding, wa? Zumal ich der Dame, die es verfaßt hat, keine üble Nachrede angedeihen lassen möchte. Es ist bewundernswert, wie sie sich über die nationalsozialistische Zensur hinweggesetzt hat. Andererseits komme ich nicht umhin, diesen Schund mit den Augen eines Wortverliebten und Schreiberlings zu betrachten. Bei dieser Betrachtung bleibt die Frau, die diese Geschichten schrieb, auß  en vor. Ich interessiere mich in erster Linie ja für das Geschriebene, und nicht für den Menschen, der dahinter steht. Das kommt immer erst danach. ;) Und ich werde einen Teufel tun, dieses Mist auch noch aus psychologischer Sicht zu betrachten. Da ist mir meine Zeit zu wertvoll!

So, das war es dann mal jetzt. Genug über diesen Stuss geschrieben! Aber das muß  te doch mal gesagt werden! ;)

*oben erwähntes Werk nennt sich "Wahnsinn, der das Herz zerfriß  t" von Tanja Kinkel. Bei Zeit werde ich es nochmal lesen, denn ich erinnere mich nur noch daran, das ich nicht nur gefesselt war von der Geschichte an sich, sondern das der Erzählstil besonders und außergewöhnlich war und ein starkes Gefühl in mir hinterlassen hat. :)

Kommentare:

  1. Wie heißt denn das Buch und die Autorin von dem Du nun gerade nix hälst? Warum willst Du es denn zu Ende lesen, wenn Du es nicht magst?
    Gruß Biene

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  2. "Ich darf dich nicht lieben" von Hedwig Courths-Mahler - habsch doch gesagt! ;)

    Kann ja nix kritisieren, das ich nicht kenne! :D Zuende lesen muß schon drin sein, sonst hätte ich direkt nach den ersten paar Seiten aufhören sollen... *gg

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