Herzlich Willkommen bei Soda.s Wor(l)d! :O)

Gesundheitlich...

... geht es auf diesem Blog weiter! Alles was ich zuvor über die Schilddrüse verfaßt habe, hat mich genau dorthin gebracht. Und damit sich das nicht alles häuft und hier zu Verwirrung führt, trenne ich die beiden Blogs, auch wenn das eine ebenso ich bin wie dieses hier. :)

Eure Soda.







Mittwoch, 28. September 2011

Doch noch mal an den PC gegangen! / Gedanken über Angst

:D Ralf ist ins Bett - er hat sich allerdings den Wecker für 6 Uhr gestellt, weil er wohl noch einen Angriff mit seinen Monstern fahren will! ;) Ich habe noch ein bißchen malen wollen, aber währenddessen ist mir meine Idee abhanden gekommen... Nun ja, macht nichts, jetzt ist auch nicht mehr so wirklich meine Uhrzeit! ;)



Wollte grade eine andere Schriftart wählen und hab spaßeshalber mal ein wenig auf der Menüleiste rumgeklickt - schwupps, war mein Text weg! Naja, auch egal, habs nochmal getippt! :D Was also schreiben zu so nachtschlafender Zeit? Ich denke manchmal mit Grausen daran zurück, als ich bis morgens 8-9 Uhr hier gehockt habe - und das obwohl mir schon abends gegen elf die Augen zugefallen sind. Dennoch habe ich einfach immer weitergemacht. Was - weiß ich gar nicht mehr zu sagen, das ist mir stellenweise selbst ein Rätsel. Ich weiß, das ich eine ganze Zeitlang ständig auf der Suche nach dem optimalen Game war. Ich habe so viele Stunden damit verbracht, mir bei Browsergames-Seiten die Beschreibungen der Spiele durchzulesen, das ich morgens schon keine Lust mehr verspürte, mich irgendwo anzumelden. Sicher, ich habe mich bei recht vielen Games registriert. Oft - meistens - hab ich mich nicht mal eine halbe Stunde "umgesehen" und direkt festgestellt, das das nichts für mich ist. Ich habe wohl etwas gesucht, das mich dauerhaft beschäftigt, ohne langweilig zu werden... Das ist ja nun auch schon lange rum, und ich wundere mich hin und wieder, wie schnell ich "den Absprung" geschafft habe... oder nennen wir es lieber: die Wende gepackt habe. Von heute auf morgen einfach mit all dem aufgehört, das mich selber genervt hat. Ich staune selber über mich, wie einfach es doch schien! Ich muß nicht trinken, um schlafen zu können - also höre ich auf. Das hatte ich mir damals einfach gesagt und habe es getan. Und: es klappt! :) Ich muß nicht Stunden mit etwas zubringen, das mir die Laune verdirbt - also höre ich auf damit. Und: stimmt! Seitdem bin ich wesentlich ausgeglichener. Ich muß mich nicht nachts wachhalten, nur um nachts wach zu sein - also höre ich auf damit. Und: klappt, denn ich schlafe endlich wieder richtig fest und gut und bin auch ausgeruht, wenn ich einige Stunden durchgeschlafen habe.  ... Ich könnte diese Liste noch viel weiter führen.


Denke nach. Stimmt - so ähnlich hielt ich es mit der Angst auch. Ich glaube, man meint irgendwann eine Wahrheit in dem zu erkennen, was andere einem einreden. Die jahrelange Drangsalierung und der psychische (und physische) Terror durch meinen Cousin, der seine eigene Unsicherheit und Rückgratlosigkeit auf mich projiziert hat, der all seinen Selbsthass und seine Selbstverachtung auf mich übertragen wollte - klein wollte er mich machen, nein, er wollte mich brechen. Jahrelang redete er mir ein, ich sei schwach und ich habe nichts besseres als solch eine Behandlung verdient. Ich sei dumm und sei ein Nichts ohne ihn. Ich habe nichts, ich kann nichts, ich bin ein Wurm. Das wollte er mir zumindest weißmachen. Er meinte, ich sei eine Säuferin, denn ohne Alkohol könne ich es nicht schaffen... und von ihm käme ich sowieso nicht los, weil ich nichts hätte außer ihm. Ich habe ihm schon damals gesagt (anfangs jedenfalls), das er von sich selber sprechen müsse, denn im Gegensatz zu ihm konnte ich bisher immer alles schaffen, wenn ich es nur wollte. Es ging soweit, das ich ihm aufzählte, was sich alles in meinem, und was in seinem Besitz befände. Darunter auch Menschlichkeit und geistige Klarheit, denn bei ihm konnte man nach einer gewissen Zeit davon nichts mehr finden.


Angst habe ich allerdings von ihm bekommen. Ich habe ständig gezittert und bin zusammen gezuckt. Der kleinste Knall irgendwo außerhalb der Wohnung, und ich bin zusammengefahren, als hätte mich etwas getroffen. Ich habe mich immer beobachtet und überwacht von ihm gefühlt - auch wenn er gar nicht da war, habe ich nichts einfach frei machen können, so lastete der Zwang auf mir, Ruhe in die Situation zu bringen, zu deeskalieren. Und obwohl ich wegen nichts ein schlechtes Gewissen hätte haben müssen, so habe ich ständig eines gehabt - unsinniger Weise, aber man handelt gegen alles Natürliche in einem selbst, wenn man in Angst lebt. Und das habe ich - mehr als vier lange, endlos erscheinende Jahre!


Doch irgendwann war es einfach vorbei - ich habe mir damals gesagt: "Lauf nicht weg! Wenn die Angst kommt und du dich umdrehst, dann rennt sie hinter dir her und krallt ihre Klauen in deinen Nacken. Wach auf, werde wütend, dann atme durch und stell dich der Angst." Puh, anfangs war das unheimlich schwer und furchtbar anstrengend, kraftzehrend - ich habe natürlich noch lange gezittert, aber ich habe meinen Mut dennoch zusammen genommen, auch wenn mein Herz bis zum Hals pochte und mir die Beine versagten. Ich habe all das scheinbar Unangenehme in Angriff genommen, vor dem ich mich Jahre gedrückt hatte. Denn das war der einzige Ausweg aus dieser Situation! Das war die Rettung, und die lag allein in meiner Hand! Da war niemand, der mich an die Hand genommen hätte und das alles für mich hätte tun können... das mußte ich schon selber in Angriff nehmen! Und dieses Wort trifft es genau: in den Angriff übergehen! Den Menschen in die Augen schauen und sagen, was man will, was Sache ist. Und sich nicht abwimmeln lassen, sich nicht duckmäusern, klein machen und davon schleichen. Nicht so, nicht mehr, nie mehr! Das habe ich mir jeden Tag zig Mal gesagt - und es hat geklappt, ich habe es geschafft.


Die Angst zu besiegen war nicht leicht - ist es noch immer nicht. Mittlerweile ist sie gegangen, doch dann und wann kommt die Erinnerung daran hoch, wie es war, so lange in Angst zu leben. Leben zu müssen, denn ich habe es mir selbst auferlegt. Es kommt mir im Nachhinein wie eine Slebstgeißelung vor. Denn durch das Eingeredet-bekommen (!), das ich nichts Besseres verdiene als Schläge und Hass und Gewalt und Mißachtung, habe ich dies für wahr erachtet, auch wenn ich wußte, das dem nicht so ist! Das Unterbewußtsein hat mir also eine Strafe auferlegt, die ich wohl als für richtig betrachtete: ich mußte bleiben und all das hinnehmen und über mich ergehen lassen, denn ich hatte nichts anderes verdient!


Doch so ist es nicht, so war es nie und es kann niemals, durch keine Entschuldigung der Welt, je wieder gut gemacht, geschweige denn richtig werden!


Das hohle und rechtfertigende Geschwätz der Person, die heutzutage meint, sich erklären zu können (!!), bedeutet nichts, gar nichts - denn nichts rechtfertigt es, einen Menschen zu verprügeln, ihm körperliche und seelische Gewalt anzutun, nur weil man mit sich selber nicht im Reinen ist, weil man selber feige und ein Hosenscheisser, ein Duckmäuser und Arschkriecher ist, ein Versager auf der ganzen Linie und unzufrieden bis zum geht nicht mehr... nichts bedeuten diese leeren Phrasen, diese heute noch lächerlichen Sprüche "aber du hast mich doch auch geschlagen" und "ich habe mich nur gewehrt" oder auch ein "du hast mich bis aufs Blut gereizt"... Blut, ja, Blut das ich gelassen habe!


Manchmal noch bin ich ein wenig verbittert - man kann fast sagen, das ich noch immer nicht ganz darüber hinweg bin. Dennoch hat die Person schon eine ganze Menge vom Leben zurück bekommen, was er mir angetan hat. Das verschafft mir einerseits Genugtuung, andererseits empfinde ich es als traurig, das es so weit hat kommen müssen - und dieser armselige Menschenwurm noch immer die Wahrheit verleugnet. Manchmal möchte ich einfach nur schreien - es hinausschreien, wie es wirklich war. Doch dann denke ich mir, wofür das alles nochmal durchleiden? Womöglich bin ich (noch) nicht so weit... wer weiß... ?!

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